Der Drang sich verändern zu wollen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ihr kennt das bestimmt. Man blickt in den Spiegel und sieht jemanden, der einem so irgendwie gar nicht mehr gefällt. Eine Veränderung muss her. Vielleicht eine andere Frisur, neues Make-up, ein stylischer Bart.
Dabei bleibt es meist nicht. Gerade zur Zeit geht zusätzlich der Wahn um, das Schönheitsideal um jeden Preis erfüllen zu müssen.  Fitnesscenter, Diät, jeden Tag auf die Waage und alles penibel kontrollieren.

Und unter all dem Druck verändert sich dann der Charakter. Anstatt uns frei von anderer Meinungen zu machen, lassen wir uns leiten und wir verbiegen uns unter dem Druck.

Um eines klarzustellen. Veränderung ist durchaus gut. Sie sollte nur aus den richtigen Motiven geschehen. Wie so oft, sollte man es aber auch hier nicht übertreiben. Extreme sind nie gut.
Um jeden Preis einen Sixpack zu formen ist keine gute Idee. Übertriebener Sport wäre schädlich. Wenn man jedoch Vergnügen am Sport hat, dann ist es durchaus gut, sich sportlich zu betätigen.

Ein bisschen abzunehmen, um die Gesundheit zu fördern ist toll. Wenn man aber beim Abnehmen kein Ende sieht, weil das Selbstbild nicht passt, dann sollte man wo anders ansetzen.

Bevor wir also beginnen unser Aussehen zu verändern, damit wir anderen Menschen besser gefallen, sollten wir uns fragen, ob es nicht die innere Einstellung ist, die wir überdenken sollten.

Wenn unsere Gedanken uns fehlleiten, lohnt sich vielleicht ein Blick in die heilige Schrift. Oder wir bitten den Heiligen Geist um eine klarere Sicht auf uns und unser Leben.
Bitten wir doch einfach Gott, dass Er uns hilft unser Leben richtig auszurichten.

 

Gut und gerecht ist der Herr, darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg.
Die Demütigen leitet er nach seinem Recht, die Gebeugten lehrt er seinen Weg.

Ps 25,8f

 

Wir Menschen sind so sehr auf Äußerlichkeiten fixiert, dass wir dabei übersehen, dass unsere persönliche innere Einstellung so immens wichtig ist. Handeln wir aus unserem Herzen heraus. Nehmen wir die Hilfe Gottes dabei an, der uns immer dabei unterstützt, die richtige Entscheidung zu treffen. Für uns und für unsere Mitmenschen.

Beruhigende Worte – eine wahrlich frohe Botschaft!

Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;
niemand kommt zum Vater außer durch mich.

Große Worte werden im heutigen Evangelium gesprochen. Worte, die eigentlich keinen Zweifel mehr zulassen können. Es wird uns ein Weg offenbart. Jesus sagt, Er selbst ist der Weg den wir gehen müssen.
Ihm in diesem Leben nachzufolgen erschließt uns die Möglichkeit eines Tages einen Platz im Jenseits zu finden. Jesus versichert uns dies sogar in der frohen Botschaft!

Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.

Ein beruhigender Gedanke zu wissen, dass es einen Platz gibt, an dem wir bereits erwartet werden. Beruhigend ist es auch zu wissen, welchen Weg man gehen muss, um dorthin zu gelangen.
Und dann gleich wieder Worte, die uns sagen, dass wir keine Angst haben müssen und, dass wir sogar schon wissen, wie Gott aussieht.

Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.

Damals verstand man wahrscheinlich noch nicht genau, was damit gemeint war. Heute ist uns allen bewusst, dass Jesus Gottes Sohn ist. Mehr noch. Er selbst ist Gott.
Wir müssen uns kein Bild von Gottes Angesicht ausmalen. Denn wir durften bereits durch Jesus erfahren, wie der Vater aussieht. Ein gutes Gefühl auf keinen Unbekannten zu treffen und sich bewusst zu sein, dass wir durch die Bibel bereits ein sehr genaues Bild von Gott haben.

Alles in allem bringt das heutige Evangelium eine Botschaft, die sehr viel Hoffnung transportiert. Der Mensch fühlt sich sicherer, wenn er weiß oder vermuten darf, was ihn nach dem Tod zu erwarten hat. Wir fühlen uns sicherer, wenn wir wissen, welchen Weg wir gehen müssen, welche Werke wir tun müssen, um zum Vater zu gelangen.
Und schließlich ist es beruhigend, dass wir uns sicher sein können, dass wir auf einen barmherzigen Gott treffen werden, wenn wir unsere Fehler auch eingestehen und bereuen.

Genau das lässt uns das neue Testament schließlich erkennen. Gott verzeiht uns unsere Fehler!


 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Jn 14,1-12

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich!
Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?
Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.
Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr.
Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen?
Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.
Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.
Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns.
Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater?
Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke.
Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke!
Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater.

Verzeihung, ist das die richtige Richtung?

Schon wieder fragt jemand, ob das die richtige Richtung ist. Leicht genervt antworte ich mit einem „Nein!“. Frage beantwortet, danke für’s Gespräch.

Wir alle kennen das. Menschen, die vielleicht an Positionen arbeiten, an denen es zum Job gehört Infos weiterzugeben, kennen es umso besser.
Man wird gefragt, ob die Richtung stimmt. Und da nur das die Frage war und nicht, wie man denn sonst ans Ziel kommt, gibt es auch nur darauf eine Antwort. Das funktioniert ganz gut. Das mindeste tun, aber nicht darüber hinaus agieren. Man will ja nicht mehr arbeiten als notwendig.
Vor allem, weil immer die selben Fragen auftauchen, fällt man in eine Routine.

Doch manchmal gibt es gute Tage. Die Laune passt, es schwingt Elan mit und dann geht man über das Notwendige hinaus. Und der Mensch, der eine hilfreiche Info bekommt, freut sich. Das wiederum bringt einem selbst ein gutes Gefühl.

Oft steht man im Leben vor Abzweigungen. Man muss Entscheidungen treffen. Und oft spielen die Menschen in unserer Umgebung eine Rolle dabei, wie wir uns entscheiden.
Ein guter Rat oder ein Erfahrungsbericht kann uns helfen die richtigen Wege zu gehen. Wir selbst können so auch Ratgeber und Helfer im Finden der Entscheidung werden.

Auch im Glauben treten teilweise immer wieder die gleichen Fragen auf, die die Menschheit beschäftigen. Wir sollten aber trotzdem nicht müde werden den Suchenden einen möglichen Weg zu weisen. Christen sollten mit einem offnen Ohr, wachem Auge und einem gütigen Herzen auf die Mitmenschen zugehen.
Selbst, wenn wir oft die gleichen Vorurteile gegenüber der Kirche und Gläubigen hören müssen, sollten wir versuchen ins Gespräch zu kommen und Vorurteile abzubauen.

So sollten wir auch im täglichen Leben handeln. Wenn wir dann um Rat, Hilfe oder einen Tipp gefragt werden, ist es durchaus angebracht mehr zu tun, als das Notwendigste.
Und so nehme ich mir vor, die Frage nach der richtigen Richtung öfter mit hilfreicheren Beschreibungen, als einem schlichten „Nein“ zu beantworten.

Nur der gute Hirte kommt durch die Tür!

Der gute Hirte. Ein bekanntes Bild. Gerne verwendet in der Bibel, da es den Menschen damals sehr geläufig war.
Das heutige Evangelium wird dem Hirten und seiner Herde gewidmet. Mehr aber noch geht es um die Tür, die die Herde vom Bösen rundherum trennt.

Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.

Da sagt Jesus also, Er ist die Tür.
Eine Tür, eine Wohnungstür, die den geschützten Bereich zu Hause vom Rest trennt. Durch diese Tür kommt nur jemand, der den Schlüssel besitzt. Nur jemand Befugtes erlangt den Eintritt. Das macht auch Jesus klar.

Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.

Im Gleichnis wird auch davon gesprochen, dass die Schafe die Stimme des Hirten kennen. Sie wissen auf wen sie hören müssen.
So fühlen auch wir, die fühlen, dass sie gerufen werden.
Es gibt da jemanden, der uns ruft. Und durch Jesus, durch die Tür, können wir demjenigen folgen, der uns ruft.

Der gute Hirte wird versuchen uns vor dem Bösen zu beschützen. Der Hirte wird uns zu Futterstellen führen und dafür sorgen, dass wir zu trinken bekommen. Er wird uns den richtigen Weg weisen, der manchmal auch ungemütlich sein kann. Aber am Ende können wir sicher sein, dass Er uns an das richtige Ziel führen wird. Wenn wir denn auch auf die Worte hören, wie es eine gute Herde nun einmal tut.

Es gilt also zu beachten, dass wir zum einen darauf achten sollen, dem richtigen Hirten zu vertrauen. Immer wieder wird es vermeintlich gute Menschen geben, bei denen sich herausstellt, dass ihre Absichten doch nicht die besten waren.

Wenn dann aber unser Hirte uns gefunden hat, der uns hilft durch das Tor zu gelangen, sollten wir auch versuchen die Worte dieses Hirten zu beachten. Wir sollten uns an seinen Weisungen orientieren, um nicht den rechten Weg zu verlieren. Auf diesem Wege können wir das Leben erlangen. Das ewige Leben. Das Leben, für das Jesus am Kreuz gestorben ist. Für uns.


 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Jn 10,1-10.

In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.
Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus.
Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.
Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen.
Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.
Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.
Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.
Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.
Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.