Ich kann sehen – und ich sehe Christus!

Das Evangelium dieses Sonntags erzählt von einer „klassischen“ Heilungsgeschichte.

Da sieht Jesus also diesen Blinden. Das erste, was ihn die Jünger fragen, ist, wer denn gesündigt hat. Die Eltern? Der Blinde selbst? So ganz nach dem Motto, wenn der sowas hat, muss er es ja irgendwie verdient haben.

Jesus sagt aber sofort, dass hier überhaupt nichts Böses dahintersteckt. Dieser Mann soll einfach nur die Barmherzigkeit Gottes erfahren.

Nun wird rasch gehandelt. Zackig mischt Jesus eine Paste, schmiert sie auf die Augen des Blinden und sagt dem Mann er solle sich nun die Augen im Teich des Schiloach waschen. Fertig ist das Wunder. Er kommt zurück und kann wieder sehen.

Natürlich wird er sofort gefragt, was denn da passiert ist. Der Mann schildert alles. Und immer mehr bekennt er sich zu Jesus, der ihn geheilt hat. Zuerst wird Jesus von ihm als Prophet bezeichnet. Zum Ende der Erzählung bekennt der Geheilte sich zum Menschensohn.

Ich glaube, Herr!

Der Kern dieser Erzählung offenbart sich hier also. Obwohl die Pharisäer bestimmt nicht erfreut darüber waren, bekennt sich dieser Mann zum Messias. Die Augen wurden ihm geöffnet und er kann klar erkennen, wer da vor ihm steht. Nicht irgendwer, sondern der Menschensohn.

Diejenigen, die sich so sicher sind zu sehen, stehen plötzlich im Finsteren. Sie wollen es nicht sehen und erkennen.

Viel Zeit ist vergangen von dieser Geschichte bis heute. Trotzdem hat sie an Aktualität nichts verloren. Wie oft sind wir uns sicher, wenn wir jemanden sehen und sofort verurteilen? Wie oft müssen wir unsere Meinung schmerzlich revidieren, weil wir eingestehen müssen, blind gewesen zu sein für die Wahrheit?

Und am wichtigsten… Wie oft sind die Menschen um uns herum  sicher, dass wir blind durch das Leben gehen und an etwas glauben, was nicht existiert. Dabei halten wir unsere Augen offen für die vielen Zeichen und Werke, durch die Gott uns wissen lässt, dass wir auf Ihn vertrauen können. Oft wünschen wir uns dann, dass auch die anderen Leute um uns herum die Augen öffnen und das Licht, die Hoffnung sehen. Wir wünschen uns, dass Liebe gelebt wird. Durch einen lebendigen Glauben.

Es liegt somit auch an uns, das Wort Gottes in die Welt zu tragen. Wir als Christen sollen den Menschen helfen, sehen zu können. Durch Gebete, Worte und Werke der Barmherzigkeit Gottes. Lasst uns also handeln!

So soll Gott durch das Wort wirken. Auf dass noch vielen Menschen die Augen geöffnet werden und sie erkennen, dass wir auf Gott, unseren Herren, vertrauen können.