Pfingsten ist vorbei – war es das jetzt mit dem heiligen Geist?

Pfingstsonntag und Pfingstmontag liegen nun hinter uns. Die Zeit, in der der heilige Geist so präsent ist, erscheint dadurch irgendwie sehr begrenzt. Doch ist diese Zeit tatsächlich auf zwei Tage im Jahr begrenzt?

Mit Pfingsten endet die Osterzeit. Das „normale“ Kirchenjahr wird fortgeführt. Pfingsten ist das wahrscheinlich am schwersten zu begreifende Fest. Es ist nicht so einfach, sich auf diesen Glauben einzulassen, dass da ein Geist ist. Dabei ist dieser Geist immer da. Eben nicht nur an diesen zwei Tagen.

Dieser heilige Geist schwebt nicht so, wie Casper durch die Flure und erschreckt Leute.
Ich habe eine konkrete Vorstellung davon, ein Gefühl, wie Er wirkt. Wenn wir einmal nicht mehr weiter wissen, steht Er uns mit Seinem Rat zur Seite.
Plötzlich fällt uns eine Lösung ein. Diese Lösung scheint von Gott gegeben. Und vielleicht ist sie das ja. 😉

Manchmal sehen wir nach reiflicher Überlegung, vielleicht mit etwas anderen Augen, als zuvor auf ein Problem und handeln so weiser. Uns geht ein Licht auf und wir erlangen eine Erkenntnis. Dieses Gefühl, wenn man dann plötzlich denkt, „Heureka!“.

Oder wir machen einen Fehler und kommen zur Einsicht, dass wir anders hätten handeln sollen.
Wer bis hierher gelesen hat, wird möglicherweise erkennen, dass dies alles Gaben des heiligen Geistes sind (es gibt ganze sieben davon 😯  ).

Es ist also ganz klar, dass der heilige Geist in uns wirkt. Er ist Gott. Und wenn man sich das so vorstellen will, ist Er unsere Verbindung, die uns direkt mit Gott kommunizieren lässt.
Je nachdem, wie sehr man sich nun auf den heiligen Geist einlässt, beginnt Er in uns zu wirken.
Ich kann nur so viel sagen… Es ist wundervoll. Es bereichert mich und lässt mich immer wieder Neues erkennen und verstehen.

Als Abschluss möchte ich noch ein Gebet vom heiligen Papst Johannes Paul II. einfügen. Ich finde es wunderschön und es könnte durchaus auch anregend für Euch sein. 🙂

 

Gebet zum Heiligen Geist

O Heiliger Geist, Du Liebe des Vaters und des Sohnes.
Gib mir immer ein, was ich denken soll.
Gib mir immer ein, was ich sagen soll und wie ich es sagen soll.
Gib mir ein, was ich verschweigen soll und wie ich mich dabei verhalten soll.
Gib mir ein, was ich zur Ehre Gottes, zum Wohl der Seelen und zu meiner eigenen Heiligung tun soll.

Heiliger Geist, gib mir Verstand, um zu verstehen und zu erkennen;
gib mir das Fassungsvermögen, um alles zu behalten.
Lehre mich die Methoden und gib mir die Fähigkeit, immer wieder zu lernen.
Gib mir Scharfsinn, um richtig zu deuten und zu unterscheiden.
Gib mir die Gnade, um wirkungsvoll zu sprechen.

Heiliger Geist, gib mir Zuversicht und Treffsicherheit am Beginn;
leite und führe mich bei der Ausführung und schenke mir Vollkommenheit beim Beenden.

Amen.

(K)ein Tag ohne Gott

Für mich ist Er ständig präsent. Er begleitet mich, wenn ich aufstehe, zur Tür hinaus gehe, zurückkehre und abends schlafen gehe. Kein Tag, nicht einmal eine Stunde, vergeht ohne, dass ich an Gott denke. Es ist eine tiefe Verbundenheit, durch die ich alles irgendwie in Zusammenhang mit Gott bringe.

Ich weiß heute nicht mehr, wie es ist, ohne Ihn zu sein. Kaum vorstellbar, dass ich früher wahrscheinlich sogar Wochen verbringen konnte und Gott dabei völlig außer Acht gelassen habe. Dabei ist Er überall.

Ich öffne das Fenster, sehe den Himmel und denke daran wie wundervoll dieser Himmel aussieht. Ich sehe Bäume, Wiesen, Wälder oder einfach die Welt, wie sie funktioniert.
Trotz ihrer immensen Vielfalt funktioniert alles. Niemals könnte es ein Zufall sein. Es ist so dermaßen klar, dass Gott da ist.

Wenn ich Menschen sehe, die sich lieben, Menschen, die trauern, beten oder getröstet werden, Menschen, die füreinander da sind, dann sehe ich Gott. So unterschiedlich sind wir alle, aber in der Liebe verbunden.

Gott wirkt in uns. Er wirkt auch durch uns, wenn wir uns füreinander aufopfern und helfen.

Er ist für mich also überall. Er wirkt überall. Und er lässt uns ständig wissen, dass Er da ist. Nur die meisten von uns haben diese Faszination an der Welt und den Menschen verloren. Ein vielleicht etwas kindlicher Blick auf die Welt kann uns vor Augen führen, wie unglaublich alles ist.

Mit diesen offenen Augen durch die Natur gehen kann für mich etwa genau solch ein Gefühl auslösen. Frei von naturwissenschaftlichen Gedanken, einfach raus gehen und sich von der Umwelt beeindrucken lassen. Vogelgezwitscher, das Rauschen des Baches, das Geräusch des Windes, wenn er durch das Laub weht. Und obendrein diese beeindruckende Schönheit, welche die Natur uns als Schauspiel bietet.

Das hört sich vielleicht alles philosophisch an. Aber genau da ist Gott. In diesem Zusammenspiel zwischen der Natur und den Menschen. Er steckt in den Gefühlen. Er steckt in uns allen. Nur ob wir zulassen, dass wir auch mit Ihm in unseren Herzen wirken wollen, diese Entscheidung liegt an uns selbst.

Lassen wir Gott wirken und lassen wir zu, dass Er uns gerade in den kommenden Tagen des Pfingstfests besonders durch den Heiligen Geist spüren lässt, dass Er immer bei uns ist und uns zur Seite steht, wenn wir es denn auch wollen.