Station XII: Jesus stirbt am Kreuz

Als Jesus am Kreuz Sein Leben ließ, dachten vielleicht einige Leute: „Irgendwie schade um diesen Mann. Er hat viel Nützliches getan und jetzt ist das alles aus. Er hätte doch noch so viele Menschen heilen, speisen und trösten können“.

Viele kannten Ihn, als Er unermüdlich und unaufhaltsam durch Palästina wanderte und lehrte. Und nun hängt Er leblos und steif am Kreuz. Blutüberströmt. Mit durchbohrten Händen und Füßen, mit durchbohrtem Herzen. Er ließ sich jedoch selbst durch den Tod nicht aufhalten. Er trug Sein Evangelium der Hoffnung, Seine frohe Botschaft weit über den Tod heraus. Als die Leute Seinen toten Leichnam am Kreuz ansahen, war Er bereits im Jenseits und brachte den Toten die Erlösung.

Auch wir müssen daran denken, wenn unsere Hände ineinander verkrampft sind im Gebet. Die Menschen werden sagen, dies sei verlorene Zeit, dies sei lächerlich, dies sei Lebensverschwendung. Ja. Wir müssen unser Leben „verschwenden“, damit wir das Leben hier auf Erden in Glauben, Liebe und Hoffnung meistern.

Zur nächsten Station -> Station XIII: Jesus wird vom Kreuz genommen und in den Schoß Seiner Mutter gelegt

Station V: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

Station V: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

Streng genommen, trug Simon von Zyrene kein Kreuz. Er trug nur ein sehr schweres Holzgebilde. Um ein Kreuz zu tragen, muss man dieses auch wollen. Jesus sagte ja: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“. Simon wurde jedoch dazu von den Soldaten gezwungen.

Das Fundament vom Tragen des Kreuzes Jesu ist unser Einverständnis, unser „Ja“. Deswegen hat unser Kreuzweg bei der Eröffnung mit der Frage „Willst du?“ begonnen. Ein schwer kranker kleiner Junge hatte mal im Krankenhaus seine Mama gefragt: „Mami, wieso tut das so furchtbar weh?“. Die Frau antwortete mit einer Frage: „Und wenn dich Jesus bitten würde, dass du für Ihn leidest, würdest du es machen?“. „Ja, klar!“, antwortete der Junge. „Er hat dich also darum gebeten, mein kleiner Schatz.“.

Und was wäre, wenn Er dich fragt, liebe Schwester, lieber Bruder?

Zur nächsten Station -> Station VI: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

Schwerpunkt Fastenzeit: Der Kreuzweg

Dieser Beitrag wird wohl eher sehr gläubige Christen ansprechen. Ich möchte ihn trotzdem gern allen empfehlen. Der Kreuzweg verdeutlicht, dass auch Jesus, Gott selbst, weiß, was es heißt, furchtbare Schmerzen zu ertragen.

Der Kreuzweg wird in der Fastenzeit gebetet. Er soll uns vergegenwärtigen, wie sehr Jesus leiden musste. In katholischen Kirchen finden sich an den Seitenwänden Bilder zu jeder Station. Wir möchten hier zu jeder Station einen Beitrag verfassen.

Anna hat letztes Jahr einen Kreuzweg geschrieben. Sehr persönliche Worte und Gedanken finden sich darin. Wir möchten ihn mit Euch teilen.

Jeweils am Mittwoch und Freitag in der Fastenzeit werden wir eine Station dieses Kreuzweges online stellen. Die Station wird unter anderem auch in diesem Beitrag verlinkt. Nun lasse ich die Stationen für sich selbst sprechen…

Mögen wir ihn andächtig beten.

 

Unsere Eröffnung und Einladung:

„Mein Freund, wozu bist du gekommen?“

Diese Frage richtete Jesus an Judas. Es waren Seine letzten Worte, bevor Er gefasst und verhaftet wurde. Bevor wir diesen  Kreuzweg beginnen, befassen wir uns näher mit diesen Worten. Stellen wir uns selber diese Frage – „mein Freund, wozu bist du gekommen?“. Bist du dieser Reise sicher? Willst auch du dein Kreuz auf die Schulter nehmen? Das Kreuz steht doch für Niederlage, Erniedrigung, Peinigung… Willst du diesen peinlichen Weg der Niederlage und der Erniedrigung wirklich gehen? Wir tragen alle Kreuze als Ketten, Kreuze hängen in unserem Zuhause, in den Schulen, in Spitälern… Es kommt nicht selten vor, dass wir unter diesen Kreuzen streiten, schimpfen, fluchen. Wir sind angefressen, weil uns wiedermal etwas nicht gelungen ist. Weil uns wiedermal jemand enttäuscht hat. Weil wir wiedermal verletzt wurden. Weil uns Krankheit, Tod und Krieg heimgesucht hatten. Wir sprechen viel über das Kreuz. Wir singen vom Kreuz, aber wenn es mal da ist, sind wir überrascht und enttäuscht.

„Mein Freund, wozu bist du gekommen?“

Bin ich es würdig, hier unter diesem Kreuz zu stehen? Trete ich diese schmerzvolle Reise an? Oder drehe ich doch lieber um und gehe nach Hause?

Station 1: Jesus wird zum Tode verurteilt -> zur 1. Station