Station XII: Jesus stirbt am Kreuz

Als Jesus am Kreuz Sein Leben ließ, dachten vielleicht einige Leute: „Irgendwie schade um diesen Mann. Er hat viel Nützliches getan und jetzt ist das alles aus. Er hätte doch noch so viele Menschen heilen, speisen und trösten können“.

Viele kannten Ihn, als Er unermüdlich und unaufhaltsam durch Palästina wanderte und lehrte. Und nun hängt Er leblos und steif am Kreuz. Blutüberströmt. Mit durchbohrten Händen und Füßen, mit durchbohrtem Herzen. Er ließ sich jedoch selbst durch den Tod nicht aufhalten. Er trug Sein Evangelium der Hoffnung, Seine frohe Botschaft weit über den Tod heraus. Als die Leute Seinen toten Leichnam am Kreuz ansahen, war Er bereits im Jenseits und brachte den Toten die Erlösung.

Auch wir müssen daran denken, wenn unsere Hände ineinander verkrampft sind im Gebet. Die Menschen werden sagen, dies sei verlorene Zeit, dies sei lächerlich, dies sei Lebensverschwendung. Ja. Wir müssen unser Leben „verschwenden“, damit wir das Leben hier auf Erden in Glauben, Liebe und Hoffnung meistern.

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Station XI: Jesus wird ans Kreuz genagelt

Gott wurde ans Kreuz genagelt. Dies ist ein schockierender Moment und gleichzeitig ein unglaubliches Zeichen Seiner Liebe zu uns. Gott ließ sich an unser Leben nageln. So, dass man Ihn nicht mehr davon losreißen kann.

Jesus wartet jeden Tag aufs Neue darauf, Menschen und ihre Seelen zu heilen. Um sich auf die Suche nach Seinen verlorenen Schafen zu begeben. Wir können Ihn bitten: „Jesu, umarme mich mit Deiner Liebe“. Aber für Ihn ist das zu wenig. Er möchte sich mit Seiner Liebe an uns nageln. In guten und in bösen Zeiten.

Für unsere Erlösung.

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Station V: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

Station V: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

Streng genommen, trug Simon von Zyrene kein Kreuz. Er trug nur ein sehr schweres Holzgebilde. Um ein Kreuz zu tragen, muss man dieses auch wollen. Jesus sagte ja: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“. Simon wurde jedoch dazu von den Soldaten gezwungen.

Das Fundament vom Tragen des Kreuzes Jesu ist unser Einverständnis, unser „Ja“. Deswegen hat unser Kreuzweg bei der Eröffnung mit der Frage „Willst du?“ begonnen. Ein schwer kranker kleiner Junge hatte mal im Krankenhaus seine Mama gefragt: „Mami, wieso tut das so furchtbar weh?“. Die Frau antwortete mit einer Frage: „Und wenn dich Jesus bitten würde, dass du für Ihn leidest, würdest du es machen?“. „Ja, klar!“, antwortete der Junge. „Er hat dich also darum gebeten, mein kleiner Schatz.“.

Und was wäre, wenn Er dich fragt, liebe Schwester, lieber Bruder?

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Station II: Jesus nimmt das Kreuz auf Seine Schultern

Station II: Jesus nimmt das Kreuz auf Seine Schultern


Jesus hat im Laufe Seines irdischen Lebens den Menschen vieles erklärt und erläutert. Auf die Frage, welche die Menschheit jedoch am meisten quält, gab Er aber keine Antwort: „Warum das Kreuz? Warum das Leid?“. Der polnische Priester und Poet Jan Twardowski hatte einmal folgendes kurzes Gedicht geschrieben:

Warum das Kreuz?

Ein Lächeln.

Eine tiefe Wunde,

Siehst du?

Das ist so einfach,

Wenn man liebt.

Ein Egoist wird das Kreuz nicht verstehen. Er ist nur auf sein Leben und seine Angelegenheiten konzentriert. Er wird das Kreuz verfluchen und sich von Ihm distanzieren. Er verschließt sich gegenüber den Worten Jesu über die Nächstenliebe und der Liebe, die stärker ist, als der Tod. Er hält diese Worte für unlogisch und lächerlich. Wozu soll ich etwa mir für jemand anderen das Leben schwer machen? Wissenschaftler haben entdeckt, dass kleine Vöglein, welche die Reise über das Meer zu uns antreten, im Schnabel kleine Zweige mit sich tragen. Wozu machen sie das? – fragte man sich. Dies erschwert ihnen doch bloß den Flug. Das Rätsel wurde gelöst, als man nach langer Beobachtung entdeckte, dass diese Vöglein, müde von dieser extremen und langen Reise, die Zweige auf die Wasseroberfläche fallen ließen, um auf ihnen zu rasten und kurz Kräfte zu tanken für die Fortsetzung ihrer Reise. Vielleicht ist unser Leben so schwer, weil wir permanent danach streben, dass wir es leicht haben?

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