Der Glaube kann bekanntlich…

Was kann der Glaube denn eigentlich?
Bestimmt hatten einige von Euch sofort den Satz „der Glaube kann Berge versetzen“ im Kopf. 😉

Das sagt man so dahin, wenn eine Situation ohnehin schon hoffnungslos ist. Man wünscht sich dann, durch den Glauben an etwas „Höheres“ ein wenig Hoffnung zu gewinnen.
Das mag kurz zwar tröstlich sein, doch eigentlich will ich etwas konkreter werden.
 

Zurück zur Ausgangsfrage!

Also was hat der Glaube in meinem Leben bewirkt? Welche Berge hat er ganz konkret versetzt?

Der Glaube hat mir gewiss Hoffnung gebracht. Noch viel mehr hat er mir aber etwas anderes offenbart. Er hat mich verändert. Das tut er sogar täglich!
Ich bin sicher kein Heiliger und genau darum geht es! Ständig passiert es, dass ich mich nicht so korrekt verhalte, wie ich es mir eigentlich vornehme.
Das hätte mich in früheren Zeiten keine Sekunde berührt. Es lässt sich schließlich nicht mehr ändern.

Nun wäge ich ständig ab, ob das, was ich tue, gut für andere ist. Trenne oder verbinde ich? Schau ich hin oder weg? Helfe ich oder gehe ich weiter?
Dieser Spiegel, den man sich ständig vor Augen hält, könnte auf den Einen oder Anderen wie eine schwere Last wirken. Doch eigentlich bildet dieser Spiegel mein Verhalten und das Gewissen. Und das ist wunderbar!

Empathie, Liebe, Friedfertigkeit, Verständnis… Das kann dieser Blick auf sich selbst bringen.
Ehrlich zu sich selbst sein ist nicht so einfach, wie man denkt. Gerade im Sakrament der Beichte wird das immer wieder deutlich. Und gerade das Sakrament der Vergebung kann dann helfen, diesen Ballast los zu werden. Gott nimmt mir die Fehler ab und rechnet sie mir nicht an.
 

Ein Neubeginn!

Es wird mir die Möglichkeit gegeben, noch einmal zu beginnen und es etwas besser zu machen, als zuvor. Ich bin mir durchaus bewusst, dass mir immer wieder Fehler passieren werden und ich ein Fehlverhalten an den Tag legen werde. Diese Welt soll aber eine bessere werden und genau deshalb, will ich ehrlich auf mich selbst blicken.

Die Kraft genau das zu tun, schöpfe ich aus dem Glauben an Jesus Christus, dem Meister, der uns vorgelebt hat, wie das Gottesreich aussehen wird.
Ich wünsche mir, dass viele Menschen an diesem Reich schon in dieser Welt mitbauen, damit ein wenig dieser Herrschaft bereits jetzt spürbar wird.

Nehmen wir uns Zeit für Gott?

Wie wir alle wissen, sollten wir uns zumindest Sonntags eine Stunde Zeit nehmen und mal in der Kirche vorbeischauen. So quasi die Sonntagspflicht erfüllen und dann sehen wir uns nächste Woche wieder, lieber Gott.
Nur wenn der Glaube so „seicht“ bleibt, wird es wohl schwer, dass die Beziehung zu Gott wächst.

Wenn man bedenkt, wieviel Zeit man die Woche über für unsinnige und wenig erfüllende Dinge verschwendet, dann kommt man zum Schluss, dass irgendwas in der Relation nicht stimmt. Denn, wenn uns Gott wichtig ist, sollte es uns ein Anliegen sein, auch Zeit in diese Beziehung zu investieren.

Sollte es auch nur ein kurzes Stoßgebet oder ein Dankgebet sein, so ist das ein Anfang.
Zum Beispiel nach dem Erwachen könnte man einfach bewusst für die gute Nacht danken und um einen gesegneten Tag bitten. Kostet ein paar Sekunden, kann die Perspektive auf den kommenden Tag aber deutlich lenken. Weil wir dann, so empfinde ich es, mit Hoffnung in den Tag starten.

Genau so schön finde ich es, den Tag mit einem Gebet vor dem zu Bette gehen abzuschließen.
Einfach kurz darüber nachdenken, was vielleicht nicht so optimal gelaufen ist, was man morgen anders machen will und wofür man dankbar ist.
Alles was einen belastet, über die Nacht in die Hände Gottes legen, um am nächsten Tag mit neuen Impulsen ans Werk zu gehen.

Mein Gebetsleben entwickelt sich so ständig weiter. Früher habe ich auch nicht sehr viel Wert darauf gelegt. Heute ist mir jede Sekunde wichtig, die ich irgendwie für Gott aufbringen kann.

Der Alltag erleichtert das natürlich nicht. Man ist den ganzen Tag auf alles mögliche fokussiert. Der Tag ist durchstrukturiert. Man ist abgelenkt und beschäftigt. Schön ist es, wenn wir uns dann einfach nur zumindest ein paar Sekunden oder Minuten für unser Gebetsleben Zeit nehmen. Ausbrechen aus diesem Alltag.
Dann werden wir daran wachsen und werden merken, dass es gut tut, die Beziehung durch das Gespräch mit Gott zu stärken.

Die Hoffnung und der Glaube wachsen dann. Und schließlich auch die Liebe. Die Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen.

Es geht uns gut! – So gut, dass wir keinen Gott brauchen?

Es geht uns hier in Österreich gut. So gut, dass die meisten von uns sich keine Gedanken machen müssen, wie sie sich am nächsten Tag etwas zu essen kaufen können. Wir müssen nicht darüber nachdenken, ob wir uns den Arztbesuch leisten können oder die Medikamente, die wir dann vielleicht brauchen.

Wir sind nicht geplagt von Erdbeben, Vulkanausbrüchen, ja sogar das Wetter ist selten in Endzeitstimmung. Wir haben echt Glück!

Doch eine Frage stellt sich mir da. Ist es genau dieses Glück, welches den Glauben an einen Gott obsolet macht?
Wir haben es schließlich nicht nötig, zu beten und doch geht es uns gut. Auch, wenn wir nicht zu Gott beten, wird die Sonne morgen scheinen. Wir werden uns auch ohne Gebet etwas zu essen kaufen können oder uns Dinge leisten können, die wir gar nicht brauchen, die aber für uns so wichtig sind.

Nur bleibt nicht eines dabei auf der Strecke?
Nämlich das innere Seelenheil. Die Sonne, die aus uns heraus strahlen sollte. Das Licht, das wir weitergeben sollten. Ist es ohne Gebet, ohne Gott, nicht verhältnismäßig leer in unserem Leben?

Es kann alles noch so schön sein. Ohne im Inneren den Frieden zu finden, mit der Hilfe Gottes, bleibt eine gewisse Sinnlosigkeit. Sogar im Schönen.

Ich kann das erst jetzt erkennen. Der Glaube hat mir die Augen für das Schöne geöffnet. Erst durch Gott erkenne ich jeden Tag die Chance auf einen guten Tag. Egal, wie der gestrige Tag geendet hat.
Man kann das, denke ich, erst so empfinden, wenn man es erlebt hat. Wenn man erlebt hat, was sich da im Inneren dadurch verändert.

Und wenn dann selbst an weniger guten Tagen, nach unschönen Erlebnissen, der Tag mit einem Gebet voll Hoffnung und dem Glauben an das Gute beendet wird, so ist es möglich, selbst dann das Schöne zu sehen.

Ich will mit diesem Artikel eigentlich nur sagen, dass wir nicht vergessen sollten, für all das Gute in unserem Leben zu danken. Und manchmal hilft der Glaube erst, all das Wundervolle zu sehen, das wir sonst übersehen würden. Weil es Gewohnheit ist.

Ich weiß nicht, wem ich danken würde, wenn nicht Gott in meinem Leben wäre. So weiß ich aber genau, an wen ich meinen Dank richten muss. Für all das alltäglich Gute und Schöne. DANKE GOTT! 🙂

Beruhigende Worte – eine wahrlich frohe Botschaft!

Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;
niemand kommt zum Vater außer durch mich.

Große Worte werden im heutigen Evangelium gesprochen. Worte, die eigentlich keinen Zweifel mehr zulassen können. Es wird uns ein Weg offenbart. Jesus sagt, Er selbst ist der Weg den wir gehen müssen.
Ihm in diesem Leben nachzufolgen erschließt uns die Möglichkeit eines Tages einen Platz im Jenseits zu finden. Jesus versichert uns dies sogar in der frohen Botschaft!

Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.

Ein beruhigender Gedanke zu wissen, dass es einen Platz gibt, an dem wir bereits erwartet werden. Beruhigend ist es auch zu wissen, welchen Weg man gehen muss, um dorthin zu gelangen.
Und dann gleich wieder Worte, die uns sagen, dass wir keine Angst haben müssen und, dass wir sogar schon wissen, wie Gott aussieht.

Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.

Damals verstand man wahrscheinlich noch nicht genau, was damit gemeint war. Heute ist uns allen bewusst, dass Jesus Gottes Sohn ist. Mehr noch. Er selbst ist Gott.
Wir müssen uns kein Bild von Gottes Angesicht ausmalen. Denn wir durften bereits durch Jesus erfahren, wie der Vater aussieht. Ein gutes Gefühl auf keinen Unbekannten zu treffen und sich bewusst zu sein, dass wir durch die Bibel bereits ein sehr genaues Bild von Gott haben.

Alles in allem bringt das heutige Evangelium eine Botschaft, die sehr viel Hoffnung transportiert. Der Mensch fühlt sich sicherer, wenn er weiß oder vermuten darf, was ihn nach dem Tod zu erwarten hat. Wir fühlen uns sicherer, wenn wir wissen, welchen Weg wir gehen müssen, welche Werke wir tun müssen, um zum Vater zu gelangen.
Und schließlich ist es beruhigend, dass wir uns sicher sein können, dass wir auf einen barmherzigen Gott treffen werden, wenn wir unsere Fehler auch eingestehen und bereuen.

Genau das lässt uns das neue Testament schließlich erkennen. Gott verzeiht uns unsere Fehler!


 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Jn 14,1-12

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich!
Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?
Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.
Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr.
Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen?
Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.
Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.
Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns.
Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater?
Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke.
Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke!
Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater.