Zwischen Schmerz und Freude – Weihnachten

Es steht die schönste Zeit des Jahres bevor. Das Fest der Geburt Jesu Christi. Weihnachten ist ein Fest der Familie und des Beisammenseins, ein Fest der Freude!

Ein Fest der Familie… Dies kann oft schmerzlich sein. Ein Familienmitglied, welches krank ist und möglicherweise ein letztes Mal gemeinsam mit uns feiert, kann uns schnell bewusst machen, dass auch diese schöne Zeit ihre Schattenseiten mit sich bringt.

Insbesondere dann, wenn eines unserer Familienmitglieder gestorben ist. Man erinnert sich zurück an die Zeit, in der alles noch voll Freude war. Man riecht einen bekannten Duft und fühlt sich sofort zurückversetzt. Kaum kehrt man mit den Gedanken zurück ins Hier und Jetzt, ist es umso schmerzlicher sehen zu müssen, dass etwas fehlt. Dass jemand fehlt.

Blick doch her, gib mir Antwort, HERR, mein Gott, erleuchte meine Augen, damit ich nicht im Tod entschlafe,[…]

Ps 13,4

In unseren Herzen werden diese geliebten Menschen ewig weiter leben. Aber sie tun es nicht nur in unseren Herzen. Sie leben wahrhaftig. Und das dürfen wir uns auch besonders an diesem Fest bewusst machen.

Unser Retter wird geboren. Unser Heiland und Erlöser. Er, der den Tod zu Ostern endgültig besiegen wird und uns zusagt, dass auch wir ewig leben werden.

Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.

Joh 14,3

Im Hinblick auf dieses Versprechen dürfen wir voll Vertrauen und Hoffnung sein. Wir dürfen wahrhaftig darauf vertrauen, dass unser Herr, dessen Fest wir feiern, unser Fürsprecher sein wird und, dass wir einst zum ewigen Leben gelangen können.
Dort werden wir mit unseren geliebten Menschen wieder beisammen sein und am ewigen Mahl teilhaben dürfen.

So lasst uns gerade deshalb Weihnachten feiern, weil wir dank unseres Herrn Jesus Christus in der Ewigkeit vereint sein können. Es ist ein Fest der Freude. Und wenn man diesen kleinen Jesus, der geboren wird, tief in sein Herz lässt, dann können wir diese besondere Freude verstehen und viel mehr darin finden, als wenn man sich nur der Tradition wegen beschenkt.

Deshalb lasst uns singen, „Nun freut Euch, Ihr Christen!“, denn es ist Weihnachten! 🙂


Magnificat/der Lobgesang Marias:

 

Meine Seele preist die Größe
des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott,
meinen Retter.
Denn auf die
Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.

Siehe, von nun an
preisen mich selig
alle Geschlechter.

Denn der Mächtige hat Großes
an mir getan,
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich
von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.

Er vollbringt mit seinem Arm
machtvolle Taten:
Er zerstreut,
die im Herzen voll Hochmut sind.

Er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt
die Reichen leer ausgehen.

Er nimmt sich
seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen,
das er unseren
Vätern verheißen hat,
Abraham und
seinen Nachkommen
auf ewig.

Das Tischgebet – etwas für jedermann!

Wenn man an das Tischgebet denkt, hat man sofort im Sinne, dass da eine Familie sitzt. Die Mitglieder der Familie reichen sich die Hände, man schließt vielleicht die Augen und dann betet jemand etwas vor. Erst danach wird gegessen.

Für die einen mag das nervig erscheinen. Für mich ist das eine wunderbare Vorstellung.
Und es könnte auch für Euch eine wunderbare Vorstellung sein. Sogar, wenn man nicht gläubig ist, so ist ein Gebet, ein Gedanke, vor dem Essen berechtigt. Ja sogar erwünscht!

Man muss nicht wahnsinnig fromm sein, um einfach „danke“ zu sagen. Danke, dass ich etwas zu essen vor mir habe. Danke, dass ich das Glück habe, in einem Land zu wohnen, in dem ich nicht kilometerweit gehen muss, um zu einem Schluck Wasser zu kommen. Ich kann dafür „danke“ sagen, dass ich nur vor die Tür gehen muss und sofort an jedem Eck irgendwas zu essen bekommen kann. Danke dafür, dass ich es mir ohne Probleme leisten kann, jederzeit Lebensmittel besorgen zu können.

Und wenn wir dann schon so viel zu verdanken haben, sollten wir auch bewusster mit diesem Glück umgehen. Wir sollten in Maßen essen. Nicht in Massen! Wir sollten gesund essen und nicht möglichst hastig und fettig, um ja keine Zeit zu verlieren. Wir sollten uns Zeit zum Essen nehmen und nicht während des Fernsehens alles in uns reinstopfen ohne dabei mitzubekommen, was wir da eigentlich essen.

Ein gemeinsames Essen ist schließlich auch Zeit mit der Familie. Diese Momente mit der Familie sollte man genießen. Denn irgendwann wird es so sein, dass es solche Momente nicht mehr gibt. Diese Zeit mit der Familie kann so unglaublich wertvoll sein. Genießen wir sie also!

Es gibt viele Gründe vor dem Essen „danke“ zu sagen. Es gibt jede Menge Gründe, sich vor dem Essen einiges bewusst zu machen. Und auch, wenn wir einmal nicht so viel Zeit haben, um uns ausführlich damit zu beschäftigen, so sollten wir zumindest kurz inne halten. Zumindest sollten wir ein kurzes Gebet sprechen.

Wir sollten, wenn auch nur im Geiste, ein einziges Wort sagen. DANKE!