Schwerpunkt Fastenzeit: Verzichten… aber wozu?!

Fasten… eigentlich voll modern. Man will ja einen gesunden Körper haben. Etwas für sich tun. Liegt im Trend und alle machen mit. Soweit so gut. Aber was ist jetzt eigentlich der Unterschied zwischen dem Fasten, das alle praktizieren, und dem christlichen Fasten?

Im letzten Beitrag habe ich schon kurz einen Gedanken dazu ausgeführt. Jetzt möchte ich ein bisschen weiter meine Sichtweisen dazu loswerden. 😉

Wir alle wissen, dass Fasten Verzicht bedeutet. Damit wären wir eigentlich schon mittendrin im Thema. Es geht beim christlichen Fasten nämlich nicht nur darum, auf ein bisschen Essen zu verzichten und gut ist. Dieses Verzichten, sollte uns zum Nachdenken anregen.

Was meine ich hier konkret? Wenn wir uns entscheiden diese 40 Tage mitzumachen, erklären wir uns als Christen solidarisch untereinender. Gemeinsam gedenken wir dem Leiden Jesu. Es geht aber viel weiter. Gemeinsam verzichten wir auf üppige Mahlzeiten, um mit den hungernden der Welt zumindest ein klein wenig mitfühlen zu können. Für uns ist es schließlich selbstverständlich, ein warmes Essen auf dem Tisch zu haben. Das ist es für unglaublich viele andere Menschen jedoch nicht. Selbst im eigenen Land.

Verzichten kann man aber nicht nur bei unseren Essgewohnheiten. Wir könnten auch die Zeit vor dem Fernseher oder dem Smartphone reduzieren. Wertvolle Zeit verschenken wir täglich. Zeit, die wir besser mit unserer Familie verbringen könnten. Zeit, die wir für hilfsbedürftige Menschen nutzen könnten. Zeit, die wir für Gott und das Gebet verwenden könnten.

Es geht hier also auch darum, freier zu werden. Freier werden, indem wir uns von Abhängigkeiten losmachen. Um sich auf die wichtigen Dinge im Leben und darüber hinaus konzentrieren zu können.

Nun habe ich eigentlich in den letzten Absätzen bereits konkret gemacht, worum es beim Fasten noch geht. Dieser christliche Verzicht besteht nicht nur daraus, Fleisch aus seinem Tagesmenü zu streichen. Diese Zeit besteht aus drei Säulen. Zum einen natürlich der Verzicht an sich.

Eine zweite Säule wäre das Gebet. Die Zeit, die Freiheit, die man durch den Verzicht gewinnt, sollte für das Gebet gegeben werden. Wir wollen zum einen das Verhältnis zu Gott stärken und auffrischen. Zum anderen wollen wir aber auch für diejenigen,  die leiden müssen, beten. Besonders in dieser Zeit!

Die dritte Säule ist die Nächstenliebe. Das ist die wichtigste Säule! Wir könnten ja nun Geld, das wir durch den Verzicht gespart haben, nach der Fastenzeit wieder beim Fenster rausschmeissen. Da geht der Sinn dann aber a bissal verloren. Also Obacht und nachdenken. 😉
Wenn wir hier schon Geld und Zeit gespart haben, dann sollten wir diese Zeit und das Geld für die Armen aufwenden. Das, was wir uns jeden Tag an Barem ersparen, kann man am Ende der Fastenzeit beispielsweise an eine wohltätige Organisation spenden. Die Zeit, die wir sparen, könnten wir vielleicht für Menschen opfern, die einfach jemanden zum Zuhören brauchen.

Es gibt so viele Wege und Möglichkeiten, das Christsein zu leben. Und auch, wenn andere Menschen das hier lesen, erkennen sie vielleicht, dass das alles aus diesem Blickwinkel heraus Sinn macht. Ich würde es mir wünschen. Ich würde mir wünschen, dass wir uns so solidarisieren und die Welt ein kleines Stück besser machen. 🙂