Station VII: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

Wir Menschen mögen es nicht, wenn jemand fällt. Dies behindert den Verkehr, stört unseren Lebensrhythmus, man muss stehenbleiben und diese Person aufheben. Durch solche Leute kommt es nur zu Verspätungen und zur allgemeinen Unordnung. Wer von uns fällt denn am meisten um? Es sind kleine Kinder, ältere sowie kranke Personen. Die Welt fand für diese Fälle Lösungen: Abtreibung und Euthanasie.

Die heutige Welt hat keine Zeit zu verlieren mit Fallenden, Langsamen, Tollpatschigen oder Behinderten. Die Welt ist in ständiger Eile und hat einen sehr ausgebuchten Kalender. Sie rennt unermüdlich dem neuen Fernseher, dem neuen Smartphone, dem neuen Tablet, dem besten Schnäppchen etc. hinterher. Die Welt liebt den Fortschritt und verlangt dies auch von der Kirche.

Die Kirche soll fortschrittlich sein und der Welt in ihrem irren Tempo nachkommen. Die Kirche soll die Welt nicht blockieren und sich ihr nicht in den Weg stellen. So ist unsere Denkweise. So ist auch die Denkweise vieler sogenannter Christen. Somit wird das Christentum immer wieder über den erstarrten Leichnam des Erlösers stolpern.

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Station VI: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

Station VI: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

Viele Leute, die den Kreuzweg Jesu am Berg Golgota mitverfolgt haben, hatten mit Ihm Mitleid. Jedoch war es Veronika, welche als einzige auf Ihn zukam und Ihm den Schweiß und das Blut aus dem Gesicht wischte. Möglicherweise dachte Johannes in seinem Brief gerade an sie, als er schrieb, dass man nicht nur mit dem Wort lieben soll, sondern mit Werken.

So ist es auch mit dem Christentum. Man kann sein Christsein sehr leicht in ausgeschmückten Formulierungen und hochnäsiger Theorie verlieren. Charles Peguy schrieb:

Es gibt Leute, die glauben, sie gehören zu Gott, weil sie nicht zu den Menschen gehören. Sie bilden sich ein, Gott zu lieben, weil sie niemand und nichts anderes lieben.“

Das Evangelium verlangt nach Konkretem. Man kann behaupten, die Welt, die Menschen und die Kirche zu lieben, aber in Wahrheit liebt man niemanden. Man kann sehr Vieles sagen. Aber wie sieht es mit unseren Taten aus? Wieviel Nächstenliebe ist wohl dabei, wenn man einem wildfremden Menschen den Schweiß aus dem Gesicht wischt? Jesus wird all jene finden, die Ihm dies jemals getan haben.

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Station V: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

Station V: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

Streng genommen, trug Simon von Zyrene kein Kreuz. Er trug nur ein sehr schweres Holzgebilde. Um ein Kreuz zu tragen, muss man dieses auch wollen. Jesus sagte ja: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“. Simon wurde jedoch dazu von den Soldaten gezwungen.

Das Fundament vom Tragen des Kreuzes Jesu ist unser Einverständnis, unser „Ja“. Deswegen hat unser Kreuzweg bei der Eröffnung mit der Frage „Willst du?“ begonnen. Ein schwer kranker kleiner Junge hatte mal im Krankenhaus seine Mama gefragt: „Mami, wieso tut das so furchtbar weh?“. Die Frau antwortete mit einer Frage: „Und wenn dich Jesus bitten würde, dass du für Ihn leidest, würdest du es machen?“. „Ja, klar!“, antwortete der Junge. „Er hat dich also darum gebeten, mein kleiner Schatz.“.

Und was wäre, wenn Er dich fragt, liebe Schwester, lieber Bruder?

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Station IV: Jesus begegnet Seiner Mutter

Station IV: Jesus begegnet Seiner Mutter

Maria konnte bestimmt viele Stimmen vernehmen, welche behaupteten, Ihr Sohn wäre verrückt geworden. Worte, die eine Mutter zutiefst verletzen. Satan wollte Ihre Seele mit dieser schmerzvollen Feststellung als wie mit einem Schwert durchbohren.

Maria erinnerte sich jedoch an die Worte von Elisabeth, als jene sagte „selig ist die Frucht deines Leibes“. SELIG. Maria vertraute auf Gott somit sogar dann, als ihr Sohn unter unvorstellbarem Leiden am Kreuze Sein Leben aufgab. Sie rettete Ihn nicht, Sie ergriff keinen Versuch, Ihn aus den Händen der Soldaten zu reißen. Sie gab Ihm etwas Größeres – Vertrauen. Sie war die einzige in der ganzen Menge, die darauf vertraut hatte, dass dieses Leid in Gottes Plänen geschrieben stand. Es ist so sehr wichtig, seinen Nächsten in der Perspektive der schöpferischen Pläne zu sehen.

Als Beispiel möge die Mutter dienen, die ihr erwachsenes Kind seinen Weg der göttlichen Berufung gehen lässt. Oder Ehepaare, welche selbst in Zeiten einer großen Ehekrise füreinander beten. Seinen Sohn, seine Tochter, seinen Ehemann, seine Ehefrau etc. liebt man dann am meisten, wenn man voller Vertrauen in Gottes Pläne diese geliebte Person Gott anvertraut. Bis zum Moment des Todes.

Maria von Golgota, lehre uns, aufrichtig zu lieben.

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Station III: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

Station III: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

Im Rahmen des Kreuzweges kommen wir insgesamt zu drei Stationen, die von dem Fall Jesu unter der Last des Kreuzes berichten. Aber diese Stationen sollten eigentlich Jesus steht auf heißen. Dass Er zu Boden fiel, war bloß aus Erschöpfung, Schmerz und rein körperlich bedingt. Aber, dass Er wieder aufstand, das war aus echter, bloßer Liebe.

Die heutige Welt ist von dem Fall eines Menschen fasziniert und lauert diesem Fall regelrecht auf. Warum? Um den begangenen Fehler und die Sünde der Mitmenschen aufzuzeigen und hinauszuposaunen. In der Offenbarung des Johannes steht geschrieben, der Name Satans lautet Kläger, da er Tag und Nacht unsere Brüder anklagt. Er ist es, der sich voll und ganz mit seiner Konzentration den Sünden und den Fehlern der Menschen widmet und sie erscheinen lässt, wie eine unüberwindbare Mauer. Dabei wurden alle menschlichen Vergehen, wie die Sünden Evas, Adams, Kains, alle Verbrechen, Lügen, Verleumdungen, Verrate und jegliche Grausamkeiten der menschlichen Verfalls mit lediglich einem Tropfen Blut aus den Wunden Christi weggewaschen. Und genau darum, weil Jesus damals immer wieder unter der Last des Kreuzes, unter der Last unserer Sünden, aufstand und heute noch immer wieder aufsteht, dürfen wir im Rahmen der Heiligen Beichte diese unglaublichen und schönen Worte hören: ich spreche dich frei von deinen Sünden.

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Station II: Jesus nimmt das Kreuz auf Seine Schultern

Station II: Jesus nimmt das Kreuz auf Seine Schultern


Jesus hat im Laufe Seines irdischen Lebens den Menschen vieles erklärt und erläutert. Auf die Frage, welche die Menschheit jedoch am meisten quält, gab Er aber keine Antwort: „Warum das Kreuz? Warum das Leid?“. Der polnische Priester und Poet Jan Twardowski hatte einmal folgendes kurzes Gedicht geschrieben:

Warum das Kreuz?

Ein Lächeln.

Eine tiefe Wunde,

Siehst du?

Das ist so einfach,

Wenn man liebt.

Ein Egoist wird das Kreuz nicht verstehen. Er ist nur auf sein Leben und seine Angelegenheiten konzentriert. Er wird das Kreuz verfluchen und sich von Ihm distanzieren. Er verschließt sich gegenüber den Worten Jesu über die Nächstenliebe und der Liebe, die stärker ist, als der Tod. Er hält diese Worte für unlogisch und lächerlich. Wozu soll ich etwa mir für jemand anderen das Leben schwer machen? Wissenschaftler haben entdeckt, dass kleine Vöglein, welche die Reise über das Meer zu uns antreten, im Schnabel kleine Zweige mit sich tragen. Wozu machen sie das? – fragte man sich. Dies erschwert ihnen doch bloß den Flug. Das Rätsel wurde gelöst, als man nach langer Beobachtung entdeckte, dass diese Vöglein, müde von dieser extremen und langen Reise, die Zweige auf die Wasseroberfläche fallen ließen, um auf ihnen zu rasten und kurz Kräfte zu tanken für die Fortsetzung ihrer Reise. Vielleicht ist unser Leben so schwer, weil wir permanent danach streben, dass wir es leicht haben?

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