Das ist mein geliebter Sohn!

Die Geschichte aus dem heutigen Evangelium ereignet sich wieder einmal auf einem Berg. Das Symbol für die Nähe Gottes!
Jesus geht also mit seinen drei liebsten Jüngern auf diesen Berg. Er will ihnen offenbar etwas verdeutlichen.

Vor den Augen der Jünger geschieht es dann. Jesus strahlt! Wie die Sonne selbst! Sie sind überwältigt von dem, was sie da sehen. Und sie sehen nicht nur Ihn. Sie sehen auch Mose und Elija aus dem alten Testament. Petrus bietet bei diesem Anblick sogar sofort an, drei Hütten zu bauen. Sogleich folgt dann eine Offenbarung durch Gott selbst.

 

„Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf Ihn sollt ihr hören.“

 

Unvorstellbar, was für ein Erlebnis das für diese drei auserwählten Jünger sein musste. Gott, der Vater selbst, hat gesprochen. Man sollte meinen, dass diese drei Apostel ohne wenn und aber zu Gott, ihrem Herren, stehen werden. Wie wir wissen, kam es dann am Ölberg etwas anders. Sie haben vor Trauer geschlafen. Sie sind davongelaufen. Petrus, der Fels, hat Ihn sogar verleugnet.

Diese drei Jünger, die so Unglaubliches mitansehen durften, selbst sie waren angesichts der Gefahr, die drohte, voller Angst und Trauer. Sie waren Jesus so nahe. Und trotzdem war es so schwierig für sie durchzuhalten. Es ist also nicht weiter verwunderlich, wenn auch wir manchmal im Glauben unsicher werden. Bei dem ganzen Leid auf dieser Welt, sei es in der eigenen Familie oder irgendwo ganz weit weg, ist es nur allzu verständlich zu fragen, warum das sein muss?

Antworten sollten wir bei Jesus suchen. Wir sollten uns Ihm anvertrauen. In Ihm finden wir Kraft und Worte, die heilen können. Schließlich hat Gott selbst gesagt, „auf Ihn sollt ihr hören“!

Evangelium nach Matthäus – Mt 17, 1-9

Die Versuchung

Im heutigen Evangelium geht es um die Versuchung. Jesus wird drei mal herausgefordert. Vermeintlich harmlose Aufforderungen, hinter denen das Böse steckt. Auch uns geht es jeden Tag so. Wir werden herausgefordert. Immer wieder versucht das Böse, uns das Haxl zu stellen und uns zu verführen.
Nicht immer geschieht das offensichtlich.

 

„Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird.“

Jesus ist da also in der Wüste. 40 Tage lang ohne einen Bissen zu essen. Und dann wird er verführt. Mit einem menschlichen Bedürfnis. Mit den einfachen Worten… na wenn Du Gottes Sohn bist, dann verwandle Dir halt den Stein da in etwas zu essen. Is doch kein Problem!
Jesus zitiert aber die Worte aus der Bibel. So einfach lässt er sich schließlich nicht hinters Licht führen.

„Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“

Wir leben nicht nur vom Brot. Zum Leben gehört viel mehr dazu. Nämlich auch die geistige Nahrung. Wie zum Beispiel die Liebe. Kann ein Mensch ohne Liebe überleben? Eindeutig nein.

 

Es folgt eine zweite Versuchung. Der Teufel will, dass Jesus sich vom Tempel herunterstürzt. Er ist Gottes Sohn. Da wird Gott Ihn doch auffangen. Und wenn das dann alle sehen, werden sie Ihn bewundern. Wieviel Anerkennung Ihm da zu Teil werden würde. Doch auch darauf fällt Jesus nicht herein.

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.“

Man muss schon aufpassen, nicht immer alles nur deshalb zu tun, um Anerkennung zu bekommen. Man sollte selbstlos handeln. Ich helfe meinem Nächsten, weil ich einfach helfen will. Nicht, damit ich Gott dann irgendwann sagen kann, ich war immer so hilfsbereit. Da muss für mich doch was herausspringen.

 

Als letztes möchte der Teufel Jesus mit Macht locken. Er zeigt Ihm alle Reiche der Welt und verspricht Ihm, dass Er das alles sofort haben kann. Er müsste sich nur niederwerfen und ihn anbeten. Ganz einfach. Doch Jesus hat eine Antwort parat.

„Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.“

Wie oft opfern die Menschen alles. Nur weil sie Macht kassieren wollen. Und wenn man erst einmal ein wenig von dieser Macht gespürt hat, ist es unglaublich verlockend, immer mehr davon haben zu wollen. Sehr trügerisch. Denn dann handelt man schnell egoistisch. Obwohl man es sich vielleicht ursprünglich anders vorgenommen hatte.
So sollten sich alle, die besondere Macht inne haben (und die hat in gewisser Art und Weise jeder von uns), besinnen und immer wieder darüber nachdenken, für wen sie ihre Macht einsetzen. Für sich selbst oder zum Wohle der Gemeinschaft?

 

Hoffen wir, dass wir, wie Jesus, das Böse hinter den Verlockungen erkennen und uns nicht für den falschen Weg entscheiden.

Ihr könnt nicht beiden dienen!

 

Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.

 

Puh. Des san starke Worte… Aufmerksamen Beobachtern mag auffallen, dass dieses Zitat aus dem heutigen Evangelium stammt. Ich habe mir genau diesen Satz herausgenommen, weil er für mich die Essenz dieser frohen Botschaft formuliert.

Wir können tatsächlich nicht beiden dienen. Entweder man dient Gott oder man ordnet sich dem Geld unter. Hier sollte man bereits grundlegend entscheiden. Will ich wirklich Diener des Geldes sein? Soll wirklich das Geld mich beherrschen? Die Gier?

Also ich persönlich möchte das nicht. Geld ist zwar eine Notwendigkeit. Aber man sollte dem Geld niemals hinterherlaufen. Wir brauchen es. Aber bitte, beten wir es doch nicht an.

 

Ist nicht das Leben wichtiger, als die Nahrung und der Leib wichtiger, als die Kleidung?

Wieviel in diesem einen Satz schon wieder steckt. Das Leben an sich ist wichtiger, als die Nahrung. Wir sollten uns dessen bewusst sein. Wir brauchen Nahrung. Aber was wir noch viel mehr brauchen, ist das Leben. Es ist wie mit dem Geld. Natürlich braucht man es. Aber über dem Geld steht Gott. Über der Nahrung steht das Leben. Bevor wir uns um Kleidung sorgen, müssen wir auf unseren Körper aufpassen.

 

Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.

Den Abschluss des Evangeliums bildet dieser Satz. Wir sollen uns nicht um morgen sorgen. Nicht, weil Gott nicht versteht, dass wir morgen auch wieder Sorgen haben. Nur hat jeder Tag genug eigene Plage. Ich muss also von Tag zu Tag denken. Wenn ich schon im morgen lebe, verpasse ich das heute. Ich verpasse vielleicht Gutes, weil ich morgen bereits das Schlechte erwarte.

In diesem Sinne, verbringen wir einen guten Sonntag und hoffen auf eine gute Woche, in der Gott für uns sorgen wird. Damit wir uns nicht sorgen müssen.

 

Evangelium nach Matthäus – Mt 6,24-34