Fastenzeit – Zeit zum Besinnen!

Ich mag sie besonders und freue mich immer wieder, wenn sie dann da ist. Die Fastenzeit!

Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass ich in der Zeit, in der ich auch Fleisch verzichte, oft gefragt werde, ob ich das denn wirklich so lange durchziehe. Mit Religion bringen das die wenigsten in Verbindung, wenn sie mich nicht kennen.
Es wird mehr als eine nützliche Zeit empfunden, in der wir besonders auf unseren Körper achten.

Es ist tatsächlich eine Zeit, um etwas für uns selbst, aber vor allem auch, um etwas für die Beziehung zwischen Gott und uns zu tun!

Der Verzicht auf Fleisch, Süßigkeiten oder auch ein anderes Laster bringt einen Aspekt mit sich, der sehr wichtig ist. Ich tue meinem Körper etwas Gutes. Wer seinem Körper etwas Gutes tut, der schenkt dem Heiligen Geist einen Tempel, in dem Er gerne zu Hause ist.
Auf sich und seinen Körper zu achten, muss also nicht nur ein egoistisches oder gar narzisstisches Motiv haben, unter Christen ist es gar ein sich Hinwenden zu Gott.

 

Bewusst verzichten!

Dieser Verzicht wirkt aber auch in der Seele und lässt uns den Blick zu Gott hin schärfen.
Jedes Mal, wenn ich bewusst verzichte, dann sind meine Gedanken in diesem Moment schon bei Gott, weil ich mich für Ihn im Verzicht übe.
Dadurch passiert es auch schneller, dass man in Alltagssituation ein kurzes Gebet in Gedanken spricht, wo man sonst vielleicht nicht gleich daran denken würde.

Ganz besonders wichtig ist es für mich, in dieser Zeit auch das Leiden Jesu zu vergegenwärtigen. Zu oft vergessen wir, unter welchem Schmerz sich Jesus nur für uns hingegeben hat. Freiwillig, obwohl Er wusste, was passieren wird!
Viel mehr noch. Weil Er wusste was passieren wird, hat Er sich für uns kreuzigen lassen!

Jesus hat es für uns ermöglicht, das ewige Leben erlangen zu können. In Gemeinschaft mit Ihm. Wer an Ihn als den Erlöser glaubt, der wird gerettet werden.
Wer sich verdeutlicht, was Jesus für uns Menschen getan hat, der kann eigentlich nicht anders, als diese Wahrheit zu sehen und auf das Wort Gottes zu hören, und es allen weitererzählen zu wollen.

Schwerpunkt Fastenzeit: Der Kreuzweg

Dieser Beitrag wird wohl eher sehr gläubige Christen ansprechen. Ich möchte ihn trotzdem gern allen empfehlen. Der Kreuzweg verdeutlicht, dass auch Jesus, Gott selbst, weiß, was es heißt, furchtbare Schmerzen zu ertragen.

Der Kreuzweg wird in der Fastenzeit gebetet. Er soll uns vergegenwärtigen, wie sehr Jesus leiden musste. In katholischen Kirchen finden sich an den Seitenwänden Bilder zu jeder Station. Wir möchten hier zu jeder Station einen Beitrag verfassen.

Anna hat letztes Jahr einen Kreuzweg geschrieben. Sehr persönliche Worte und Gedanken finden sich darin. Wir möchten ihn mit Euch teilen.

Jeweils am Mittwoch und Freitag in der Fastenzeit werden wir eine Station dieses Kreuzweges online stellen. Die Station wird unter anderem auch in diesem Beitrag verlinkt. Nun lasse ich die Stationen für sich selbst sprechen…

Mögen wir ihn andächtig beten.

 

Unsere Eröffnung und Einladung:

„Mein Freund, wozu bist du gekommen?“

Diese Frage richtete Jesus an Judas. Es waren Seine letzten Worte, bevor Er gefasst und verhaftet wurde. Bevor wir diesen  Kreuzweg beginnen, befassen wir uns näher mit diesen Worten. Stellen wir uns selber diese Frage – „mein Freund, wozu bist du gekommen?“. Bist du dieser Reise sicher? Willst auch du dein Kreuz auf die Schulter nehmen? Das Kreuz steht doch für Niederlage, Erniedrigung, Peinigung… Willst du diesen peinlichen Weg der Niederlage und der Erniedrigung wirklich gehen? Wir tragen alle Kreuze als Ketten, Kreuze hängen in unserem Zuhause, in den Schulen, in Spitälern… Es kommt nicht selten vor, dass wir unter diesen Kreuzen streiten, schimpfen, fluchen. Wir sind angefressen, weil uns wiedermal etwas nicht gelungen ist. Weil uns wiedermal jemand enttäuscht hat. Weil wir wiedermal verletzt wurden. Weil uns Krankheit, Tod und Krieg heimgesucht hatten. Wir sprechen viel über das Kreuz. Wir singen vom Kreuz, aber wenn es mal da ist, sind wir überrascht und enttäuscht.

„Mein Freund, wozu bist du gekommen?“

Bin ich es würdig, hier unter diesem Kreuz zu stehen? Trete ich diese schmerzvolle Reise an? Oder drehe ich doch lieber um und gehe nach Hause?

Station 1: Jesus wird zum Tode verurteilt -> zur 1. Station

Schwerpunkt Fastenzeit: Verzichten… aber wozu?!

Fasten… eigentlich voll modern. Man will ja einen gesunden Körper haben. Etwas für sich tun. Liegt im Trend und alle machen mit. Soweit so gut. Aber was ist jetzt eigentlich der Unterschied zwischen dem Fasten, das alle praktizieren, und dem christlichen Fasten?

Im letzten Beitrag habe ich schon kurz einen Gedanken dazu ausgeführt. Jetzt möchte ich ein bisschen weiter meine Sichtweisen dazu loswerden. 😉

Wir alle wissen, dass Fasten Verzicht bedeutet. Damit wären wir eigentlich schon mittendrin im Thema. Es geht beim christlichen Fasten nämlich nicht nur darum, auf ein bisschen Essen zu verzichten und gut ist. Dieses Verzichten, sollte uns zum Nachdenken anregen.

Was meine ich hier konkret? Wenn wir uns entscheiden diese 40 Tage mitzumachen, erklären wir uns als Christen solidarisch untereinender. Gemeinsam gedenken wir dem Leiden Jesu. Es geht aber viel weiter. Gemeinsam verzichten wir auf üppige Mahlzeiten, um mit den hungernden der Welt zumindest ein klein wenig mitfühlen zu können. Für uns ist es schließlich selbstverständlich, ein warmes Essen auf dem Tisch zu haben. Das ist es für unglaublich viele andere Menschen jedoch nicht. Selbst im eigenen Land.

Verzichten kann man aber nicht nur bei unseren Essgewohnheiten. Wir könnten auch die Zeit vor dem Fernseher oder dem Smartphone reduzieren. Wertvolle Zeit verschenken wir täglich. Zeit, die wir besser mit unserer Familie verbringen könnten. Zeit, die wir für hilfsbedürftige Menschen nutzen könnten. Zeit, die wir für Gott und das Gebet verwenden könnten.

Es geht hier also auch darum, freier zu werden. Freier werden, indem wir uns von Abhängigkeiten losmachen. Um sich auf die wichtigen Dinge im Leben und darüber hinaus konzentrieren zu können.

Nun habe ich eigentlich in den letzten Absätzen bereits konkret gemacht, worum es beim Fasten noch geht. Dieser christliche Verzicht besteht nicht nur daraus, Fleisch aus seinem Tagesmenü zu streichen. Diese Zeit besteht aus drei Säulen. Zum einen natürlich der Verzicht an sich.

Eine zweite Säule wäre das Gebet. Die Zeit, die Freiheit, die man durch den Verzicht gewinnt, sollte für das Gebet gegeben werden. Wir wollen zum einen das Verhältnis zu Gott stärken und auffrischen. Zum anderen wollen wir aber auch für diejenigen,  die leiden müssen, beten. Besonders in dieser Zeit!

Die dritte Säule ist die Nächstenliebe. Das ist die wichtigste Säule! Wir könnten ja nun Geld, das wir durch den Verzicht gespart haben, nach der Fastenzeit wieder beim Fenster rausschmeissen. Da geht der Sinn dann aber a bissal verloren. Also Obacht und nachdenken. 😉
Wenn wir hier schon Geld und Zeit gespart haben, dann sollten wir diese Zeit und das Geld für die Armen aufwenden. Das, was wir uns jeden Tag an Barem ersparen, kann man am Ende der Fastenzeit beispielsweise an eine wohltätige Organisation spenden. Die Zeit, die wir sparen, könnten wir vielleicht für Menschen opfern, die einfach jemanden zum Zuhören brauchen.

Es gibt so viele Wege und Möglichkeiten, das Christsein zu leben. Und auch, wenn andere Menschen das hier lesen, erkennen sie vielleicht, dass das alles aus diesem Blickwinkel heraus Sinn macht. Ich würde es mir wünschen. Ich würde mir wünschen, dass wir uns so solidarisieren und die Welt ein kleines Stück besser machen. 🙂

Schwerpunkt Fastenzeit: Aschermittwoch

Sie beginnt wieder. Die Fastenzeit! Mit dem Aschermittwoch endet der Fasching und das Fasten beginnt.

Bestimmt fällt jedem auf, dass der Aschermittwoch (so wie einige andere damit zusammenhängende Feiertage) jedes Jahr auf ein anderes Datum fällt. Das hat einen einfachen Grund. Maßgeblich für das Datum ist nämlich der Ostersonntag. Ostern ist immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Der Sonntag wurde deshalb gewählt, weil in den Evangelien des neuen Testaments übereinstimmend festgehalten ist, dass Jesus am ersten Tag der Woche auferstanden ist.

Jetzt wird es etwas kompliziert. Wie erwähnt, richtet sich Ostern nach dem Mondkalender. Und zwar deshalb, weil Jesus laut Überlieferung am Vorabend des jüdischen Pessach-Festes gekreuzigt wurde. Dieses Fest wiederum wird immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Der Mondkalender deckt sich nicht mit unserem Kalender und so ergibt sich die Verschiebung der Daten.

In Gedenken an die 40 tägige Wanderung Jesu durch die Wüste begehen auch wir Christen ab dem Aschermittwoch eine 40 tägige Fastenzeit, in der wir uns besinnen sollten (die Sonntage in der Fastenzeit sind ausgenommen, daher ergeben sich eigentlich 46 Tage).

Soweit die Hintergründe dazu. Nur warum heißt der Aschermittwoch eigentlich Aschermittwoch? 😉

Zugegeben, das ist nicht so schwer. Man bekommt ein Aschenkreuz auf die Stirn „gezeichnet“. Dies symbolisiert die Vergänglichkeit des Lebens. Die Worte die vom Priester gesprochen werden, während man das Aschenkreuz erhält, bekräftigen dies. Sie lauten: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“.

Die Asche besteht übrigens aus den Palmzweigen des Vorjahres. 😉

Heutzutage beschränkt sich das Fasten nicht nur auf den Fleischverzicht. Autofasten ist modern. Oder das Smartphone weniger zu benutzen. Grundsätzlich sollte es ein Verzicht auf etwas sein, das uns schwer fällt. Um sich wieder auf die wesentlichen Elemente des Lebens konzentrieren zu können. Die Seele etwas befreien. Den Blick schärfen, um sich auf das bevorstehende Osterfest vorzubereiten.

Ein letzter Hinweis… Es gibt seit einigen Jahren die Aktion „Papst-SMS“. Täglich gibt es kurze Zitate von Papst Franziskus. Ich habe es letztes Jahr getestet und es hat mir sehr gefallen. Vielleicht ist es ja auch etwas für Euch. 🙂 Hier klicken für mehr Informationen!