Fernsehserien und der Tod

Vielleicht kennt ihr das auch. Man sitzt auf der Couch, sieht eine Serie. Die Darsteller kennt man schon sehr gut. Und dann schwebt da jemand in Lebensgefahr in der Serie. Man sieht, wie jemand entscheiden muss, ob lebenserhaltende Geräte abgestellt werden oder nicht. Sie werden schließlich ausgeschalten. Und ein Mensch stirbt. Nur in der Serie. Trotzdem fühlt man sich auf einmal mittendrin. Schließlich kennt man die Charaktere ja schon so gut und kann alles mitempfinden.

Dann geht es zumindest mir so, dass ich mich selbst dort sehe. Wie ich dort sitze. Wie würde ich entscheiden? Kann man so eine Entscheidung überhaupt treffen? Wo liegt die Gerechtigkeit, wenn dem Menschen, den man über alles liebt, so etwas zustoßen würde? Wie kann Gott so etwas zulassen? Wie kann Er zulassen, dass genau solche Situationen täglich erlebt werden müssen?

Es bricht mir das Herz daran zu denken, dass ich mich selbst auch in dieser Situation befinden könnte. Wäre mein Glaube stark genug das zu überstehen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich hoffe, dass er stark genug wäre. Schließlich wäre die einzige Hoffnung dann, dass ich diesen geliebten Menschen irgendwann wiedersehen kann. Der Gedanke, dass es ein Jenseits gibt, in dem man sich wiedersehen wird, ist tröstlich. Wir haben letztendlich alle schon jemand verloren und hoffen denjenigen eines Tages wieder in die Arme nehmen zu können.

Abgeschlossen wird dieser tröstliche Gedanke dann damit, dass man gemeinsam bei Gott sein kann. Auf ewig glücklich. Nicht von weltlichen Sorgen erdrückt. Das muss doch schön sein.

 

Denn für Gott ist nichts unmöglich.

 

Tröstliche Gedanken in schrecklichen Zeiten. Das ist es, was der Glaube geben kann. Damit man weiterleben kann. In Momenten, in denen man schon fast keinen Grund mehr sieht, weiterleben zu wollen. So wichtig kann Gott sein. So wichtig ist Gott. Er gibt Halt, unterstützt und lässt uns hoffen. Ein guter Gott!

Bettler und unser Gewissen

Wir nehmen sie wahr, gehen vorbei und schon sind sie aus unseren Gedanken wieder verschwunden. Die Bettler…sie gehören zum Stadtbild schon fast dazu. Auf der selben Straße die Wohlstandsgesellschaft und gleichzeitig arme Menschen.

Erst unlängst wurde ich von einem Bettler angesprochen. Vor einer Kirche, in die ich gerade eintreten wollte. Ich verwies ihn vorerst darauf, dass ich erst in die Kirche wollte. Beim Rausgehen dann hat er schon gewartet. Er erhoffte sich ein wenig Geld. Er war durchaus höflich. Trotzdem frage ich mich immer, ob es sinnvoll ist einfach Geld zu geben.

Vor einem Gotteshaus tue ich mir schwer einfach weiterzugehen. Ich gab ihm also zwei Euro. Dankend nahm er an. Allerdings erzählte er mir dann noch eine traurige Geschichte. Er hätte Schulden und Mietrückstände. Er wüsste nicht weiter.

Und da kommt das Gewissen ins Spiel. Am liebsten hätte ich ihm durchaus mehr gegeben. Gleichzeitig muss ich an meine Familie denken. Reich bin ich ja auch nicht. Aber im Gegensatz zu diesem Bettler, habe ich dann doch so viel Unnötiges zu Hause. Dinge, die ich mir leiste und gar nicht bräuchte. Ich hadere da also mit mir selbst.

Zu guter Letzt, habe ich dem Mann dann noch weitere zwei Euro gegeben. Mehr hatte ich nicht bei mir. Und trotzdem nagt dann dieser Gedanke an mir, dass ich doch hätte mehr geben können. Ob dies in Form von Bargeld allerdings richtig ist, ist schwer zu sagen. Wer weiß schon, ob man an jemand ehrlichen geraten ist oder, ob hier etwas Organisiertes dahintersteckt.

Ich nehme mir vor, in Zukunft eher Lebensmittel anzubieten. Wenn jemand tatsächlich Hunger hat, wird er sich über etwas Essen im Magen freuen. Dann wäre ich ruhigeren Gewissens auch eher bereit, vielleicht noch ein bisschen Bargeld mitzugeben. Es wäre mir dann wohler, weil ich wüsste, dass ich tatsächlich jemand geholfen habe. Ansonsten bleibt immer auch der Gedanke zurück, ob das Gegebene denn auch demjenigen zugute kommt, dem man es gegeben hat.

 

Soweit meine Gedanken bis hierher. Und dann lese ich zufällig ein Zitat von Papst Franziskus.

Wer nichts gebe, nur weil sich ein Obdachloser „damit vielleicht eine Flasche Wein kauft, um sich zu betrinken“, müsse sich fragen, ob er „der Richter dieses armen Mannes“ sei.

Sofort habe ich mich selbst in dem Zitat wiedergefunden. Wie oft denke ich mir, dem kann man nichts geben, weil der betrinkt sich eh nur damit. Ich bin aber nunmal nicht der, der richten soll. Und wenn es seine einzige Freude ist, dann soll er sie haben. Bis hierher gebe ich Papst Franziskus absolut recht.

Trotzdem kann ich nicht außer Acht lassen, dass es für mein Verständnis einleuchtender ist, besser etwas zu essen zu kaufen. Helfen ja… aber auch dabei helfen, wenn jemand sich selbst mit seinem Verhalten schadet? Durchaus schwierig das mit einer einfachen Antwort abzutun.

Ich denke, jeder muss für sich entscheiden, wie er helfen möchte. Wichtig ist, dass man sich entscheidet, zu helfen und nicht einfach wegsieht. Armut kann jeden treffen. Und wären nicht auch wir froh, Hilfe zu bekommen?

Glaube – nur etwas für jene, die immer Glück haben?

Die Frage im Titel sagt schon aus, worum es in diesem Eintrag gehen soll. Oft habe ich das Gefühl, Außenstehende meinen, dass Glaube nur etwas für Menschen ist, die keine Sorgen haben. Schließlich ist es ziemlich einfach an einen Gott zu glauben, wenn es einem an nichts fehlt. Ganz nach dem Motto, wås vasteht der scho von Sorgen? Dem geht’s jo immer guat!

Ich gebe dieser Aussage sogar recht. Es ist einfach an Gott zu glauben, wenn es einem immer super geht. Oft trügt dieser Eindruck aber nur. Denn wenn man hinter die Fassade eines Menschen schaut, merkt man, dass auch bei anderen nicht alles immer perfekt abläuft. Deshalb gilt es den Blick zu schärfen und nicht vorschnell zu urteilen. 😉

Viel intensiver erlebt man Glauben nämlich dann, sobald das Leben nicht mehr in einer geraden Linie oder stetig bergauf verläuft. Ein Knall, ein Ereignis und man wird in seinen Grundfesten erschüttert. Erst hier erweist sich der Glaube an einen Gott als unglaublich kraftvoll und hilfreich.

Warum ich das weiß? Weil es auch in unserem Leben ständig Situationen gibt in denen man sagen könnte, wenn es einen Gott gibt…warum lässt er das dann zu?! Krankheit, Tod, Menschen, die einem wahrscheinlich alles Schlechte wünschen. Wenn man sich aber genau in diesen Situationen nicht gegen sondern FÜR Gott entscheidet, wird es belohnt. So konnte ich es jedesmal empfinden. Die Kraft zum Leben Ja zu sagen, trotz aller Ungerechtigkeiten, steigt dann ungemein.

Es werden nicht immer Antworten geboten. Auch wenn man noch so sehr darum bittet. Manchmal dauert es Wochen oder Monate vielleicht sogar Jahre bis man versteht, warum etwas so sein musste, wie es eben kam. Es entspricht nicht immer alles was passiert dem logischen Verstand. Das ist der Knackpunkt an der ganzen Sache. Die Logik, irgendwann Logik sein lassen und sich auf den Glauben einlassen.

Das ist nicht einfach. Es dauert, bis man diese Beziehung aufbaut und erst einmal lernt zu glauben. Ohne, dass man es merkt, zumindest war es bei mir so, festigt sich da etwas in einem drinnen.

Ich kann abschließend nur sagen, dass ich unglaublich glücklich bin, Kraft aus dem Christsein schöpfen zu können. Wie schwierig viele Situationen doch sind. Mit Hilfe sind sie jedoch einfacher zu meistern. 🙂

„Tägliches Brot“? Kann man das essen??

Die Diskussion über den Blognamen fand am Frühstückstisch statt. Es war klar, dass der Name irgendwie mit Glaube zu tun haben soll. Aber nicht zu direkt. Sonst könnte es ja abschrecken. 😉

Nach einigen Variationen fielen die Worte Hunger und Durst. DIE Grundbedürfnisse jedes Menschen. Doch wonach hungert oder dürstet es Menschen? Nach Essen und Trinken. Is schon klar. Aber weiter gedacht. Geistige Nahrung. Nahrung für den Kopf, fürs Herz, für die Seele. Auch das verlangt der Körper.

Als Christ fällt einem im Zusammenhang damit sofort Brot ein.

 

Unser tägliches Brot gib uns heute.“

 

Dieser kleine Satz bedeutet so viel. Schnell d’rüber g’schaut heißt es natürlich, bitte sorge dafür, dass wir täglich was im Magen haben. Aber weitergedacht heißt es auch, bitte, sorge dafür, dass wir täglich neue Gedanken bekommen. Sorge dafür, dass wir nicht stehen bleiben und aufhören uns weiter zu entwickeln. Sorge dafür, dass wir im Herzen wachsen und uns für neue Gedanken öffnen.

Ich denke damit ist klar, dass dieser Satz gut umschreibt, worum es im Glauben so geht. Dieser Satz kann aber für jeden auch eine individuelle Bedeutung haben. Es soll sich jeder am besten für sich selbst Gedanken machen, was diese Passage für das eigene Leben bedeuten könnte. Somit ist er perfekt geeignet, um auf unseren Blog hinzuweisen.

Wenn dieser Eintrag Anklang bei Euch findet, seid Ihr gerne eingeladen, Eure eigenen Ansichten zu diesem wichtigen Satz in den Kommentaren dazulassen. Wir würden uns freuen. 🙂

Tägliches Brot – Wos is des?!

Unser erster Beitrag. Der erste Blog überhaupt. Wir haben noch keine Ahnung wohin dieses Projekt führen wird. Doch worum geht es in diesem Projekt, in diesem „Tagebuch“ überhaupt? Wos is des?!

Nun am Anfang stand die Idee, dass wir versuchen wollen einen Blog zu starten, indem wir versuchen den Menschen näher zu bringen, wieso der Glaube wichtig ist. Nicht auf die liturgische Art und Weise. Sondern in frischerer Sprache. Nicht, dass ich gegen die liturgische Sprachweise etwas hätte. Viel mehr sollen aber eben jene Menschen angesprochen werden, die mit Glauben nix zu tun haben. Mitmenschen, die vielleicht schon lange keinen Gottesdienst besucht haben. Menschen, die auf der Suche sind aber vielleicht gar nicht mehr wissen, wonach sie suchen.

Warum gerade ich meine, dieses zu können? Das zu verstehen? Ich bin selbst an einem Punkt gewesen, an dem ich nach dem Größeren gesucht habe. Ich war getauft, hatte auch die Erstkommunion empfangen. Doch dann kam die Jugendzeit. Na wen interessiert da bitte Kirche? Oder der Glauben? Ich bin ehrlich und sage, dass es mir da nicht anders erging.

Zu einem späteren Zeitpunk in meinem Leben, Anfang 20 ungefähr, habe ich wieder gespürt, dass es mehr geben muss, als hier. Wo sucht man da nach Antworten in der heutigen Zeit? Na no na ned, im Internet. Und im Internet ist es dann nicht mehr weit auf esoterisches Gedankengut zu stoßen. Ganz schnell habe ich festgestellt, dass man sich da ganz gut seinen Glauben zusammenbasteln kann. Man nimmt sich raus, was sich gut und plausibel anhört. Leiwand eigentlich. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass das nicht zielführend ist.

Das Interesse daran wurde weniger. Nicht zuletzt dank meiner Frau. Denn ohne, dass sie aktiv versucht hat mich zu missionieren, habe ich im Laufe unserer Beziehung gemerkt, dass der katholische Glaube genau das ist, was ich die ganze Zeit vermisst habe. Dadurch, dass ich gesehen habe, wie tief verwurzelt meine Frau in Ihrem Glauben ist, konnte ich hineinwachsen und mich einfühlen in diese Religion. Die Religion, mit der ich seit der Taufe verbunden war, die ich aber komplett aus den Augen verloren hatte. Einfach zu wenig damit beschäftigt. Zu wenig Informationen bekommen. Zu wenig Einblick und Erklärungen.

So kam es Schritt für Schritt, dass ich mich immer wohler fühlte. In mir veränderte sich etwas. Mein Gewissen hat sich neu gebildet und meine Empathie für die Mitmenschen wuchs. Ich bin noch immer in einem wahrscheinlich lebenslangen Lernprozess. Und ich freue mich darauf, immer mehr zu lernen und neu zu hinterfragen. Und wenn ich auch nur einen einzigen Menschen mit meinen künftigen Einträgen hier dazu bringe, sich vielleicht wieder mit dem Thema Glauben zu beschäftigen, dann hat es sich gelohnt.

In diesem Sinne, freue ich mich auf viele künftige Beiträge, Diskussionen, Meinungen…

Auch wenn es noch etwas dauert, bis sich hier der erste Kommentar findet, sehe ich dem positiv entgegen. 🙂

Schönen Sonntag und liebe Grüße, Michael!