Der Zug nähert sich – laufen oder stehen bleiben?

Es gibt Situationen, in denen wir überfordert sind. Als plastisches Beispiel nehme ich dazu den Zug.
Wir nehmen also an, wir gehen da so spazieren und wollen in einer Art Trance mit dem Blick auf unser Smartphone in der Hand, die Straße überqueren. Fuß auf die Straße und dann läutet da irgendwas.

Wir sehen auf… und was wir da sehen, gefällt uns gar nicht. Da kommt so ein riesiger Zug auf uns zu, ist ziemlich flott und wir wissen nicht mehr, was wir jetzt tun sollen. Es bleiben vielleicht zwei Sekunden, um jetzt noch zu reagieren. Irgendwas sollten wir also machen. Wenn jetzt nur jemand da wäre, der uns hilft…

Wie oft sind wir in Situationen, in denen wir überfordert sind? Nicht immer ist es ein Zug, der uns dem Tod ein Stück näher bringt. Manchmal sind es etwas kleinere Sachen, in denen wir Hilfe benötigen würden. Etwa, wenn wir jemandem gegenüberstehen und der Person vielleicht unsere Liebe gestehen wollen, aber der Mut dazu fehlt. Wäre das nicht spitze, wenn uns dann jemand einen kleinen Tritt geben würde und schon läuft’s.

Oder, wenn wir uns in eine Diskussion einbringen und ein Streit entsteht. Es fehlen uns die richtigen Worte, um einen Konsens zu finden und diese Spirale zu durchbrechen. Wie sehr bräuchten wir in all diesen Situationen einen Freund, der uns wegschiebt oder zieht, wenn etwa der Zug sich nähert. Jemand, der uns zuruft, „jetzt werd‘ vernünftig und handle klug!“, falls wir uns in einem Streit verrennen. Einen Freund, der uns schubst, sollte uns der Mut fehlen, einer Person die Liebe zu gestehen und der uns sagt, „handle, wie es Dein Herz Dir rät!“.

Jesus selbst war in einer Situation, in der er voll und ganz auf den Weg vertrauen musste, den Gott Ihm vorgab. Er bat sogar darum, dass der Wille Gottes geschehe. Auch, wenn Er wusste wie schmerzhaft dieser Weg werden würde.

Er sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht, was ich will, sondern was du willst (soll geschehen).

Nicht immer wissen wir, in welche Richtung der Weg gehen wird. Aber es gibt da einen Freund, der uns auch durch die schmerzhaftesten Episoden, unseres Lebens führen kann. Denn, wohin die Reise geht, entscheidet sich durch Gott, wenn wir Ihn darum bitten.

Wir alle können diesen Freund haben. Dieser eine Freund kann Gott sein, sofern wir Ihn dazu einladen, bei uns zu sein und Ihn in unser Herz lassen. In allen Lebenslagen ist es gut, einen solchen Freund zu haben. Der bedingungslos hinter einem steht und uns immer zum Richtigen rät. Es liegt nur an uns zuzuhören, in uns hinein zu hören und zu handeln, wie Jesus selbst gehandelt hätte.