Station VI: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

Station VI: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

Viele Leute, die den Kreuzweg Jesu am Berg Golgota mitverfolgt haben, hatten mit Ihm Mitleid. Jedoch war es Veronika, welche als einzige auf Ihn zukam und Ihm den Schweiß und das Blut aus dem Gesicht wischte. Möglicherweise dachte Johannes in seinem Brief gerade an sie, als er schrieb, dass man nicht nur mit dem Wort lieben soll, sondern mit Werken.

So ist es auch mit dem Christentum. Man kann sein Christsein sehr leicht in ausgeschmückten Formulierungen und hochnäsiger Theorie verlieren. Charles Peguy schrieb:

Es gibt Leute, die glauben, sie gehören zu Gott, weil sie nicht zu den Menschen gehören. Sie bilden sich ein, Gott zu lieben, weil sie niemand und nichts anderes lieben.“

Das Evangelium verlangt nach Konkretem. Man kann behaupten, die Welt, die Menschen und die Kirche zu lieben, aber in Wahrheit liebt man niemanden. Man kann sehr Vieles sagen. Aber wie sieht es mit unseren Taten aus? Wieviel Nächstenliebe ist wohl dabei, wenn man einem wildfremden Menschen den Schweiß aus dem Gesicht wischt? Jesus wird all jene finden, die Ihm dies jemals getan haben.

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