Die Versuchung

Im heutigen Evangelium geht es um die Versuchung. Jesus wird drei mal herausgefordert. Vermeintlich harmlose Aufforderungen, hinter denen das Böse steckt. Auch uns geht es jeden Tag so. Wir werden herausgefordert. Immer wieder versucht das Böse, uns das Haxl zu stellen und uns zu verführen.
Nicht immer geschieht das offensichtlich.

 

„Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird.“

Jesus ist da also in der Wüste. 40 Tage lang ohne einen Bissen zu essen. Und dann wird er verführt. Mit einem menschlichen Bedürfnis. Mit den einfachen Worten… na wenn Du Gottes Sohn bist, dann verwandle Dir halt den Stein da in etwas zu essen. Is doch kein Problem!
Jesus zitiert aber die Worte aus der Bibel. So einfach lässt er sich schließlich nicht hinters Licht führen.

„Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“

Wir leben nicht nur vom Brot. Zum Leben gehört viel mehr dazu. Nämlich auch die geistige Nahrung. Wie zum Beispiel die Liebe. Kann ein Mensch ohne Liebe überleben? Eindeutig nein.

 

Es folgt eine zweite Versuchung. Der Teufel will, dass Jesus sich vom Tempel herunterstürzt. Er ist Gottes Sohn. Da wird Gott Ihn doch auffangen. Und wenn das dann alle sehen, werden sie Ihn bewundern. Wieviel Anerkennung Ihm da zu Teil werden würde. Doch auch darauf fällt Jesus nicht herein.

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.“

Man muss schon aufpassen, nicht immer alles nur deshalb zu tun, um Anerkennung zu bekommen. Man sollte selbstlos handeln. Ich helfe meinem Nächsten, weil ich einfach helfen will. Nicht, damit ich Gott dann irgendwann sagen kann, ich war immer so hilfsbereit. Da muss für mich doch was herausspringen.

 

Als letztes möchte der Teufel Jesus mit Macht locken. Er zeigt Ihm alle Reiche der Welt und verspricht Ihm, dass Er das alles sofort haben kann. Er müsste sich nur niederwerfen und ihn anbeten. Ganz einfach. Doch Jesus hat eine Antwort parat.

„Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.“

Wie oft opfern die Menschen alles. Nur weil sie Macht kassieren wollen. Und wenn man erst einmal ein wenig von dieser Macht gespürt hat, ist es unglaublich verlockend, immer mehr davon haben zu wollen. Sehr trügerisch. Denn dann handelt man schnell egoistisch. Obwohl man es sich vielleicht ursprünglich anders vorgenommen hatte.
So sollten sich alle, die besondere Macht inne haben (und die hat in gewisser Art und Weise jeder von uns), besinnen und immer wieder darüber nachdenken, für wen sie ihre Macht einsetzen. Für sich selbst oder zum Wohle der Gemeinschaft?

 

Hoffen wir, dass wir, wie Jesus, das Böse hinter den Verlockungen erkennen und uns nicht für den falschen Weg entscheiden.