Wo eine Gemeinde zur Gemeinschaft werden soll, da braucht es Gebet!

Einige von uns gehen in die Kirche, versammeln sich jeden Sonntag, beten und feiern gemeinsam. Wenn ich allerdings einen Blick in unsere Versammlung werfe, dann habe ich das Gefühl, dass die Heilige Messe ausgesessen und nicht gefeiert wird oder, dass sie eher abgekapselt erlebt wird anstatt in Gemeinschaft.

Alles krankt daran, wie wir beten. Hier beginnt diese Abkapselung. Ich habe kaum das Gefühl, dass tatsächlich der Eine für den Anderen betet. Die Beziehung zueinander fehlt in dieser speziellen Art und Weise.

Gott selbst ist aber nun in sich Beziehung. Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist stehen in Beziehung zueinander.
Wir Menschen wurden aufeinander hin geschaffen. So, wie wir die Gemeinschaft zueinander suchen und brauchen, genau so suchen wir auch die Beziehung zu Gott und brauchen sie.

Jesus hat uns mit seinem in der Welt Sein gezeigt, dass Er, dass Gott ganz Nahe und mitten unter uns ist. Er ist in einen klaren Dialog mit uns getreten und hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, die Kommunikation zum Vater zu pflegen. Diese Kommunikation heißt Gebet.

Die Jünger haben erkannt, wie wichtig das Gebet ist und darum ersucht, dass der Herr ihnen das Beten lehrt.

So sollten auch wir bestrebt sein eine Form des Gebets zu finden, in der wir uns Gott öffnen und sein Wort hören können, um ganz darin aufzugehen und im Geiste Jesu leben zu können.

Wenn wir es dann schaffen in der Gemeinschaft zu einem kraftvollen Gebet zu gelangen, dann wird unsere Gemeinde eine solche sein, die etwas besonderes ausstrahlt und mehr Menschen anzieht, die auch diese Sehnsucht nach einem tiefen Gebet in sich verspüren.

Sollte es uns gelingen eine solche Gebetsform in unserer Gemeinde zu finden, dann steht einem Zusammenwachsen unserer Gemeinschaft bestimmt nichts mehr im Wege.
Lasst uns also in unsere Gemeinden gehen und dieses Feuer entzünden, welches auf alle unsere Glaubensgeschwister übergehen soll, damit wir mehr Menschen für Jesus begeistern können. 🙂

Mission (im)possible! Doch wie geht das richtig?!

 Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung!

Mk  16,15

Das angeführte Zitat aus dem Markusevangelium beschreibt wohl, was unser Auftrag ist. Wir, die wir glauben, sollen der ganzen Welt von der Frohen Botschaft erzählen! Wir haben eine Mission!
Christus ist auferstanden! Halleluja! 🙂

Ein simpler Auftrag?

Ein simpler Auftrag, der für mich persönlich durchaus ziemliche Herausforderungen mit sich bringt.
Wie bringe ich persönlich die Frohe Botschaft in die Welt? Wie erzähle ich den Menschen von Jesus, die noch nichts oder nicht wirklich mit Ihm zu tun hatten?

Ich finde es ziemlich schwierig, jemandem, mit dem Feuer das in mir brennt, von Christus zu erzählen ohne dabei zu „durchgeknallt“ zu wirken. In der heutigen Zeit kann das nämlich schnell so rüberkommen, besonders dann, wenn die Menschen das Gefühl bekommen, dass ein Missionierungsgedanke dahintersteckt.

„Mission“ ist ein sehr negativ behaftetes Wort. Es sollte auch nicht unser Ziel sein, jeden Menschen in unserer Umgebung krankhaft überzeugen zu wollen.
Wenn sich aber jemand durch Gespräche über Gott dafür zu interessieren beginnt, was denn das Evangelium ist, dann würde ich mich freuen. Nicht, weil es ein Erfolg für mich ist, sondern weil ich diesem Schäfchen eine Perspektive eröffnen könnte, aus der sich eine neue Sicht auf die Welt und das Jenseits entwickeln könnte. Wir sollten das Wort „Mission“ als im absolut positivsten Sinne empfinden.

Und wie wirkt man jetzt nicht „durchgeknallt“?

Das ist für mich die entscheidende Frage. Ich schaffe es zwar mit allen Menschen, denen ich begegne irgendwann über Gott zu reden. Es ergibt sich meist einfach. Ich bin allerdings sehr vorsichtig, wenn ich versuche über den Glauben, vor allem die katholische Lehre, zu sprechen. Ich bin schließlich auch kein Theologe, der auf jede Frage eine Antwort findet. Diesen Anspruch möchte ich auch gar nicht erfüllen.

Viel mehr spreche ich über meine Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe. Ich höre aber auch sehr aufmerksam zu, was mein Gegenüber mir zu sagen hat. Oft ist da noch eine Verbindung aus der Kindheit, dann ein Bruch und schließlich hat man sich von der Kirche getrennt.

Sehr oft kommt es mir dann so vor, dass niemand diesen vielen Schäfchen zugehört hat. Niemand hat sie gefragt, ob sie auch verstanden haben, woran sie glauben (sollen).
Es wird ihnen die Lehre erklärt und davon ausgegangen, dass sie das alles verstehen.

Das kommt mir bekannt vor!

Ganz, ganz oft finde ich mich selbst in diesen Erzählungen wieder. Man hat es verabsäumt, den Menschen eine Beziehung zu Gott zu vermitteln. Viele haben es verlernt zu beten. Es wirkt zu naiv in den Raum zu sprechen und zu erwarten, dass dann irgendwann etwas passiert, weil die Beziehung fehlt. Es fehlt das Vertrauen.

Ich gebe zu, ich habe hier jetzt viele Türen aufgestoßen, ohne ausreichend Antworten zu bieten.
Die Antworten fehlen mir einfach. Sie fehlen nicht nur mir, sondern auch der Kirche, so kommt es mir oft zumindest vor.
Wir müssen neue Wege gehen, bereit dazu sein die richtigen Worte zu finden und uns vom Heiligen Geist leiten zu lassen, damit wir das tun können, worum uns der Herr selbst gebeten hat.

Besucht bei dieser Gelegenheit auch den Artikel: Wozu brauche ich eine Kirche? Glauben kann ich auch alleine!

Wozu brauche ich eine Kirche? Glauben kann ich auch alleine…

Eine Frage, die sich vielen stellt. Wozu braucht man die Kirche? Wenn man gläubig ist, kann man überall glauben und beten ohne, dass es eine Notwendigkeit wäre, dafür in die Kirche gehen zu müssen.
Das ist durchaus richtig. Ich kann ohne Kirche glauben. Ganz grundsätzlich, muss ich dann aber fragen, woher weiß ich, dass ich „richtig“ Glaube? Woher weiß ich, dass das die Wahrheit ist, an die ich glaube.

Jeder kann die Bibel lesen. Sie ist sowohl digital als auch analog zugänglich. Kein Problem also. Wenn ich etwas über meinen Glauben, über das Christsein wissen möchte, dann lese ich die Bibel.
Hier beginnt für mich persönlich bereits eine Schwierigkeit. Die Bibel ist kein Buch in dem man einfach liest.
Man muss tiefgründig nachdenken über das, was man da liest. Oft betrachtet man ein und denselben Text mehrfach und kommt immer wieder zu anderen Überlegungen. Dann meint man vielleicht Kontroversen zu finden und kommt irgendwann vielleicht gar nicht mehr weiter.

Spätestens hier, sollte man jemand aufsuchen, der sich mit Gottes Wort täglich intensiv beschäftigt. Wer bietet sich da besser an, als der Pfarrer aus der Gemeinde? Zumindest könnte er eine Intention anbieten, mit der man weiterkommen kann.
Diese Intentionen gibt es sogar wöchentlich zu hören. In der Predigt. Wenn die Predigt gut gelungen ist, kann man sogar immens viel daraus gewinnen. Diese Gabe besitzt gewiss nicht jeder und es ist auch subjektiv, ob eine Predigt mich anspricht oder nicht. Was sich für mich schwachsinnig anhören mag, kann für jemand anderen der zündende Funke sein!

Zusammengefasst, kann die Kirche mir also in der Auslegung von Gottes Wort helfen.

Das bringt mich gleich zum nächsten Punkt:
Was in der Bibel zu lesen ist, ist gleichzeitig das, was das Christsein ausmacht. Die Kirche hilft zu verstehen und gibt durch das Wort Gottes einige Regeln klar vor, nach denen wir uns richten können.
Der Mensch braucht Regeln. Er braucht moralische Vorstellungen. Der Mensch braucht Hilfe, um sich selbst nicht zu verlieren. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit verlieren wir oft das Wesentliche aus den Augen. Durch die Kirche bekommen wir die Möglichkeit uns zu besinnen. Ein Gebet alleine, ganz für sich, kann unglaublich stark sein. Aber in der Gemeinschaft, wenn wir für andere Christen beten, die verfolgt werden, wenn wir für unsere Verstorbenen gemeinsam beten, dann bekommt alles eine andere Dimension.

Auch in zweifelnden Momenten kann die Kirche hilfreich sein. Manchmal fühlt man sich einfach verlassen. Wenn man sich dann alleine fühlt, so hat man trotzdem die Gemeinschaft und die Struktur. Das kann uns helfen, schließlich wieder stärker zum rechten Weg zurück zu finden. Nicht zuletzt auch durch den Empfang der Sakramente. Allen voran, dem Sakrament der Beichte. Dieses starke, sichtbare Zeichen Gottes kann uns wieder versöhnen. Mit uns selbst und mit Gott.

Als Christen sind wir nicht alleine. Wir sind viele. Und wir sind vor allem viele, die das selbe wollen. Die Liebe durch Jesus Christus, zu den Menschen bringen.
Ja, wir tragen sogar Verantwortung füreinander. Wir sollen uns um den anderen kümmern. Jesus selbst hat dazu Stellung genommen.

Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.

Wir sind also Brüder und Schwestern im Glauben. Und so haben wir füreinander und für die ganze Welt Sorge zu tragen. Gleich anschließend äußerst sich Jesus direkt auch zur Gemeinschaft.

Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Gemeinsam sind wir stärker. Gemeinsam kann man die Worte Gottes und die Liebe, die Jesus uns entgegenbracht hat, in die ganze Welt bringen.
Die Kirche bringt uns keine Verbote. Sie bringt uns Gebote, die uns zeigen sollen, in welche Richtung wir gehen können, um einen Sinn in unserem Leben zu finden.

Ich könnte jetzt wahrscheinlich noch viel mehr über die Notwendigkeit einer Kirche schreiben. Aber vorerst belasse ich es bei diesen Gedanken. Vielleicht regen sie den Einen oder Anderen an, sich selbst Gedanken über die Meinung zur Kirche zu machen.
Für mich steht fest, dass Jesus wollte, dass wir eine Gemeinschaft werden. Eine Gemeinschaft weltweit im Glauben vereint. Im Glauben an die Wahrheit die vor uns liegt. Und die Kirche kann uns helfen, in dieser Gemeinschaft zusammenzuwachsen.
Sie ist gewiss nicht perfekt und hat Fehler. Es liegt aber an jedem einzelnen von uns, sich einzubringen und auch etwas tun, etwas verändern zu wollen.