Wasser predigen, Wein trinken

Das heutige Evangelium gefällt mir besonders gut.
Jesus haut hier nämlich denjenigen, die glauben, dass sie besonders gottesfürchtig und treu sind, gehörig auf die Finger. Unerhört, was Er da sagt. Zumindest für die, die es hören mussten.

Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes, als ihr.

Mt 21,31

Diese Worte gehen direkt an die Hohepriester.
Sie sind aber viel mehr für uns alle relevant. Und genau deshalb gefällt mir die Stelle aus dem Evangelium umso besser!
Wir gehen in den Gottesdienst, bitten um Verzeihung und wollen Jesus in Wort und Tat nachfolgen.

Und jetzt sind wir mal ehrlich zu uns selbst. Wer von uns kann denn sagen, dass er all das umsetzt, was da gefordert wird?
Wie oft vergessen wir im Alltag, dass wir Christen sind und auch leben sollten, wofür wir unser Herz zu öffnen versuchen?
Ist es nicht viel mehr so, dass wir uns ins Auto setzen und dem ersten, der sich irgendwie falsch verhält, zumindest in Gedanken, ein paar sehr unnette Worte an den Kopf werfen?
Wie oft vergeben wir denn nicht unseren Schuldigern?

Genau da ist Gott aber gütig. Die Messlatte liegt sehr hoch. Aber wer aufrichtig bereut, dem wird verziehen werden. Dies entbindet uns jedoch nicht von der Pflicht unser Christ sein zu leben.
Gott weiß aber, dass wir Menschen sind. Menschen mit Fehlern. Wer sich seine Fehler eingesteht und dies auch vor Gott tut, den wird Er eines Tages in das Reich Gottes aufnehmen.

Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg!
Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht.
Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch.

Mt 21,28ff

Jesus macht uns mit diesem Gleichnis bewusst, dass es eben nicht reicht zu sagen, dass wir doch alles für Gott tun wollen und uns dann umdrehen und genau das Gegenteil machen. Eben Wasser predigen und Wein trinken.
Wer aber bereut und sich zur Umkehr bewegt, dem wird Gott verzeihen.
In der Beichte gibt Gott uns immer und immer wieder die Chance umzukehren und uns wieder ganz zu Ihm zu bekennen. Mit einem reinen Herz.

Nehmen wir das Angebot doch an. Bereuen wir, wenn wir Fehler begehen und versuchen wir uns zu ändern, wo wir noch nicht unserem Herrn Jesus Christus nachfolgen.


In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg!
Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht.
Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch.
Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.
Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

Mt 21,28ff

Michael

Michael ist der Autor dieses Blogeintrages und hofft damit viele Menschen zu erreichen, die sich sonst vielleicht nicht so sehr mit Glaubensthemen beschäftigen.

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