Urteilt nicht vorschnell! – eine der wichtigsten Botschaften

Dieser Blogeintrag liegt mir sehr am Herzen. Es geht hier um eine, für mein Empfinden, äußerst wichtige Botschaft. Eine Botschaft, die viele Konflikte ersparen würde, wenn sie nur alle in ihr Herz lassen würden.

 

„Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.“ Lk 6,37

 

Dieses Zitat stammt aus der Feldrede Jesu. Dort finden sich viele starke Worte, die uns in unserem Alltag begleiten und helfen können, um ein christliches Leben zu führen. Hier möchte ich mich aber ganz auf dieses Zitat konzentrieren.
Da steht also, richtet nicht. Verurteilt nicht!

Wie oft sind wir unterwegs. Wir gehen die Straßen entlang, blicken in manche Gesichter, sehen die Kleidung der Menschen. Sofort beginnen wir die Menschen, die wir sehen, zu kategorisieren. Der ist schön, der andere ungepflegt, der sieht nicht besonders klug aus. Na und der schaut ja aus wie ein Verbrecher!

Das geht von einem Moment auf den anderen. Geprägt durch alle Erfahrungen unseres Lebens, entscheiden wir, wie ein anderer Mensch für uns einzuordnen ist. Ihr kennt das sicher. Manchmal lern man jemand dann besser kennen und man revidiert seine Entscheidung. Plötzlich denkt man, der is ja doch ned so deppat. Eigentlich eh recht sympathisch.

Wir sollten uns die Worte, die Jesus hier spricht, zu Herzen nehmen. Wir sehen oft nur auf den Menschen. Nicht in den Menschen hinein. Viel mehr, sollten wir aber aufhören sofort zu verurteilen. Wir sollten prüfen, was in unserem Gegenüber vorgeht. Warum sich jemand so verhält, wie er es nun einmal tut.

Es scheint manchmal auf den ersten Blick alles klar zu sein. Ein Alkoholiker am Straßenrand. Sandler… Aber wie kam dieser Obdachlose überhaupt in diese Situation? Er wird es sich ja nicht selbst so ausgesucht haben. Zumindest in den wenigsten Fällen, wird es so sein.
Man sollte also nicht verurteilen. Ich darf allerdings beurteilen. Ja, ich darf mir durchaus denken, ob es denn notwendig ist, dass jemand sich selbst so schlecht behandelt und sich derart fallen lässt. Ich darf sehr wohl beurteilen, ob jemand friedfertig oder angriffslustig aussieht.

Dann möchte ich aber nicht wieder verurteilen und richten, sondern mitfühlen, warum es jemand schlecht geht. Ich möchte mich hineindenken in den anderen und dann so handeln, dass ich meinem Mitmenschen helfe. Ich will versuchen die Sichtweise des anderen zu verstehen, um eine Alternative für meine eigentlich ausgewählte Kategorie, jemand zu beurteilen, zu finden.

Es ist äußerst schwierig, dieses Verhalten zu ändern. Aber es lohnt sich. Oft genug erwische ich mich dabei, wie ich wieder einmal sehr schnell verurteile. Im selben Moment kommt mir aber sofort der Gedanke, „tu das nicht!“. Dann versuche ich sogleich zu überdenken. Erst zu beurteilen, um dann zu entscheiden, in welche Schublade will ich diesen Menschen tatsächlich packen. Dann kommt man zwar nicht immer schnell zu einem Ergebnis. Es wird aber ein gerechteres Bild, meinen Mitmenschen gegenüber sein.

Michael

Michael ist der Autor dieses Blogeintrages und hofft damit viele Menschen zu erreichen, die sich sonst vielleicht nicht so sehr mit Glaubensthemen beschäftigen.

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